Die KI-Illusion entlarvt: Was macht Surf, das sich gerade 15 Millionen Dollar an Finanzmitteln sichern konnte, zu einem Unternehmen mit bedeutender Erfahrung?
Autor: 1912212.eth, Foresight News
Trotz eines deutlichen Rückgangs der Finanzierung im Kryptobereich ziehen einige Projekte weiterhin die Aufmerksamkeit von Risikokapitalgebern auf sich. Am 10. Dezember konnte Surf unter der Führung von Pantera Capital und mit Beteiligung von Coinbase Ventures und DCG erfolgreich 15 Millionen US-Dollar einwerben. Surf positioniert sich als KI-Plattform speziell für Kryptowährungen; was zeichnet das Unternehmen aus?
Bekanntermaßen sind auch groß angelegte Modelle anfällig für „Illusionen“, die zu verzerrten Ergebnissen führen können. Darüber hinaus lassen sich die Komplexität und die Feinheiten der Kryptowährungsanalyse als Spezialmarkt nicht vollständig durch allgemeine Modelle abbilden. Surf bietet präzise und zuverlässige Einblicke über eine einfache Chat-Oberfläche und hilft Händlern, Forschern und Investoren, typische Fehler allgemeiner KI-Modelle zu vermeiden.
Kurz gesagt, Surf möchte das ChatGPT der Kryptowelt werden.

Surf ist im Kern ein KI-System mit Multiagentenarchitektur, das proprietäre Modelle mit branchenführenden Datenquellen kombiniert und so eine höhere Genauigkeit als herkömmliche LLMs (Low-Level-Models) erzielt. Nutzer können über eine Chat-Oberfläche Fragen stellen, von grundlegendem Wissen (wie „Was ist ein Bitcoin-Halving?“) bis hin zu fortgeschrittenen Analysen (wie „Analysieren Sie die On-Chain-Aktivität und die Stimmung in den sozialen Medien zu einem bestimmten Token“). Die Plattform integriert Stimmungen in den sozialen Medien, On-Chain-Aktivitäten und das Marktverhalten des Tokens in Echtzeit und bietet so Einblicke aus einer einzigen Quelle. Dadurch werden Fehler und die mühsame manuelle Recherche vermieden.
In puncto Leistung sticht Surf Version 1.0 im CAIA-Benchmark hervor. Dieser von Surf in Zusammenarbeit mit der Princeton University entwickelte Benchmark bewertet die Fähigkeit von KI-Modellen, Aufgaben auf dem Niveau menschlicher Analysten zu lösen. Die Ergebnisse zeigen, dass Surf Modelle wie ChatGPT und Grok bei kryptografisch spezifischen Aufgaben um das Vierfache übertrifft und dabei konkretere Referenzen sowie weniger Fehler liefert.

Darüber hinaus unterstützt Surf die On-Chain-Datenverfolgung über mehr als 40 Blockchain-Netzwerke hinweg und hilft Nutzern so, Geldflüsse, Wallet-Verhalten und Protokollaktivitäten zu verstehen. Es ist nicht nur ein Recherchetool, sondern fungiert auch als Handelsassistent und ermöglicht Nutzern den Zugriff auf Echtzeit-Marktdaten und Antworten, die durch eine Krypto-Wissensdatenbank unterstützt werden – ähnlich wie bei der Kommunikation mit ChatGPT. Kürzlich hat Surf zudem eine mobile App veröffentlicht, die den Zugang zu Informationen weiter vereinfacht.
Anders als andere KI-Assistenten setzt Surf auf Vertrauen. Ryan Li erklärte in einem Interview: „Wenn Menschen finanzielle Entscheidungen treffen, benötigen sie verlässliche Informationen. Herkömmliche KI-Tools sind dafür nicht ausgelegt. Wir haben Surf entwickelt, um im schnelllebigen Kryptomarkt zuverlässige Unterstützung zu bieten.“ Diese Philosophie basiert auf den besonderen Herausforderungen von Kryptodaten: hochvolatile Märkte, vielfältige und manipulierte Informationsquellen. Surfs proprietäres Training gewährleistet ein besseres Kontextverständnis und eine höhere Detailgenauigkeit und vermeidet so typische Schwächen herkömmlicher Modelle im Kryptobereich.
Surf wurde von Ryan Li mitgegründet, einem Absolventen der UC Berkeley mit Bachelor-Abschlüssen in Elektrotechnik und Informatik. Ryan war zuvor CTO von BitTorrent und Mitgründer von CyberConnect. Im Mai 2024 wandelte sich die dezentrale soziale Plattform CyberConnect in eine modulare Social-Restaking-Plattform (L2) um, benannte sich in Cyber um und gliederte gleichzeitig Link3 als eigenständige Marke aus.

Laut offizieller Mitteilung erlebte Ryan Li die Schwächen von KI im Kryptomarkt selbst. Allgemeine KI-Plattformen liefern ungenaue oder falsche Informationen, was zu erheblichen Verlusten für Händler führen kann. Aus dieser Beobachtung heraus entwickelte Ryan Surf – ein speziell für Kryptowährungen konzipiertes KI-Modell.
Surf startete im Juli 2025 zunächst nur auf Einladung und öffnete sich im September für die Öffentlichkeit. Aktuell erzielt das Unternehmen mit einem Team von weniger als 30 Mitarbeitern bereits einen jährlichen Umsatz in Millionenhöhe. Innerhalb weniger Monate generierte die Plattform über eine Million Forschungsberichte, gewann über 80.000 Nutzer und verzeichnete ein monatliches Wachstum von 50 %.
Wie andere große Plattformen nutzt auch Surf ein kostenpflichtiges Abonnementmodell. Kostenlose Nutzer können Ask und Research nutzen, allerdings mit begrenztem Datenvolumen. Bezahlte Mitglieder haben höhere Nutzungslimits und erhalten exklusiven Support.

Aktuell geben die Informationen auf der offiziellen Website an, dass Surf keine Pläne zur Ausgabe von Token hat.
Nach dieser Finanzierungsrunde wird Surf in Kürze Surf 2.0 auf den Markt bringen, das laut Unternehmen das fortschrittlichste proprietäre Modell darstellen soll. Darüber hinaus wird es erweiterte Datenpipelines für Markt- und On-Chain-Analysen sowie zusätzliche Proxys bieten, die komplexe, mehrstufige Analyse-Workflows ermöglichen.
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