Morgan Stanley: Yen-Anstieg reicht nicht, um Carry-Trades in Schwellenländern zu kippen

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Der japanische Yen hat zuletzt deutlich aufgewertet, doch das reicht nicht aus, um die Grundlagen von Carry-Trades in Schwellenländern zu erschüttern. Die Strategen von Morgan Stanley sind der Ansicht, dass diese Handelsstrategie robust genug bleibt, solange keine zusätzlichen Katalysatoren für breitere Volatilität auftreten.

Das Team um James Lord, Leiter der globalen Devisen- und Schwellenländerstrategie bei Morgan Stanley, stellt in einem aktuellen Research-Bericht fest, dass die Performance von Carry-Trades stärker von der allgemeinen Entwicklung der globalen Währungsvolatilität, den globalen Wachstumsaussichten, der Aktienmarktentwicklung sowie den fundamentalen Gegebenheiten der Schwellenländer selbst abhängt – und nicht von einer einzelnen Bewegung des Yen.

„Globales Wachstum, die Entwicklung der globalen Aktienmärkte und Bottom-up-Trends in den wichtigsten Schwellenländern haben einen weit größeren Einfluss auf Carry-Trades in Schwellenländern als die Entwicklung des Yen“, schreibt das Team. „In dieser Hinsicht bleiben wir konstruktiv.“

Der Markt zeigt bereits Anzeichen von Widerstandsfähigkeit. Obwohl der brasilianische Real und der kolumbianische Peso seit dem 29. Juli gegenüber dem Yen um 5,1 % bzw. 3,4 % abgewertet haben, legten sie gegenüber dem US-Dollar um 0,7 % bzw. 2,4 % zu. Dies deutet darauf hin, dass der allgemeine Druck auf Schwellenländerwährungen relativ beherrschbar bleibt.

 

Yen steigt auf höchsten Stand seit über einem halben Jahr, Zinserhöhungserwartungen nehmen zu

Der Yen stieg am Dienstag zeitweise auf 152,89 pro US-Dollar – den stärksten Stand seit Mitte Februar – und notiert derzeit bei 153,46. Danach verringerte sich der Anstieg etwas. Hinter dieser Aufwärtsbewegung stehen Händler, die ihre Wetten auf eine Zinserhöhung der Bank of Japan weiter ausbauen und wachsam gegenüber weiteren Stützungsmaßnahmen der Behörden für den Yen bleiben.

Die Kernlogik von Carry-Trades besteht darin, sich in einer Niedrigzinswährung zu verschulden und die Mittel in höher verzinste Anlagen zu investieren, um die Zinsdifferenz zu vereinnahmen. Der Yen ist seit Langem eine der wichtigsten Finanzierungswährungen für diese Strategie, weshalb die Zinserhöhungserwartungen für die Bank of Japan potenziellen Druck auf diesen Handel ausüben.

 

Diversifizierung der Finanzierungswährungen macht Carry-Trades strukturell flexibler

Die Strategen von Morgan Stanley weisen darauf hin, dass Anleger ihre Finanzierungsquellen bereits aktiv diversifizieren. Euro und Schweizer Franken werden zunehmend zu alternativen Optionen, um Positionen in Hochzinsanlagen zu finanzieren. Dieser strukturelle Wandel bedeutet, dass Carry-Trades weniger empfindlich auf Schwankungen einer einzelnen Finanzierungswährung reagieren und die Widerstandsfähigkeit der Gesamtstrategie entsprechend zunimmt.

Wie Bloomberg zuvor berichtete, haben Carry-Trades in Schwellenländern zuletzt die längste Gewinnserie seit 2008 verzeichnet, und die Marktbeteiligung bleibt hoch.

Das Team von Morgan Stanley hält an seiner positiven Einschätzung für Schwellenländer fest und empfiehlt Anlegern, Rücksetzer zum Einstieg zu nutzen. „Bottom-up-Fundamentaldaten, attraktive Zinsdifferenzen und ein robustes globales Wachstum werden weiterhin Anleger in diese Anlageklasse locken“, so die Strategen.

Das Team betont, dass die eigentliche Bedrohung für Carry-Trades in Schwellenländern von systemischen Schocks ausgeht, die breitere Marktvolatilität auslösen können – und nicht von einer phasenweisen Aufwertung des Yen selbst. Solange sich die globalen Wachstumserwartungen nicht deutlich verschlechtern, bleibt die grundlegende Logik dieser Strategie intakt.

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