iPhone-Preiserhöhung ohne Absatzschaden? JPMorgan analysiert Apples Monatsraten-Strategie

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TL;DR
·Die Einstiegspreise von iPhone 18 Pro und Pro Max steigen jeweils um 100 US-Dollar, was den Erwartungen von JPMorgan entspricht und unter den von einigen Anlegern befürchteten Erhöhungen liegt.
·Apple verlagert den größeren Preisdruck auf die Versionen mit hohem Speicher: 1-TB- und 2-TB-Modelle kosten bis zu 300 bzw. 500 US-Dollar mehr als im Vorjahr, wodurch der durchschnittliche Verkaufspreis (ASP) um mehr als 100 US-Dollar steigen könnte.
·Ratenleasing, Mobilfunkanbieter-Zuschüsse von bis zu 1.200 US-Dollar und offizielle Inzahlungnahme-Gutschriften von bis zu 885 US-Dollar dürften die tatsächliche Monatsrate für Upgrade-Kunden weitgehend stabil halten.
·Das erste faltbare iPhone Duo startet bei 1.999 US-Dollar und ist damit nur 100 US-Dollar teurer als das Samsung Galaxy Z Fold8 – das könnte Android-Premiumnutzer ins Apple-Ökosystem locken.
·JPMorgan hält eine Aufwärtskorrektur der Markterwartung von 10 Millionen verkauften Duo-Geräten im Jahr 2026 für möglich.
·Die Apple Watch nähert sich mit Funktionen wie Siri Recap den KI-Wearables an, während die AirPods bei verbesserter Geräuschunterdrückung günstiger werden.
·Siri-KI-Funktionen, die Preisgestaltung der neuen Produkte und ein möglicher Erneuerungszyklus dürften das iPhone-Umsatzwachstum antreiben; frühe Bestellzahlen und Lieferketten-Feedback werden der nächste Katalysator für die Apple-Aktie.

 

Apples Herbst-Event 2026 „Surprise and Shine“ war die erste große Produktvorstellung unter dem neuen CEO John Ternus. JPMorgan zufolge entsprach das Event insgesamt den Erwartungen, doch Apples Umgang mit der Preisgestaltung verdient mehr Aufmerksamkeit als die bloße Preiserhöhung.

Die Einstiegspreise des iPhone 18 Pro und 18 Pro Max steigen auf 1.199 bzw. 1.299 US-Dollar – jeweils 100 US-Dollar mehr als bei der Vorgängergeneration, bei unverändert 256 GB Basisspeicher. Diese Erhöhung entspricht der bisherigen Basisprognose von JPMorgan und liegt unter der aggressiveren Preisgestaltung, die einige Anleger angesichts gestiegener Speicherkosten befürchtet hatten.

Allerdings schluckt Apple die Kosten nicht vollständig selbst, sondern verlagert den größeren Aufschlag auf die Versionen mit hohem Speicher.

Die 1-TB-Versionen des iPhone 18 Pro und Pro Max kosten 1.799 bzw. 1.899 US-Dollar – 300 US-Dollar mehr als im Vorjahr. Die 2-TB-Versionen liegen bei 2.399 bzw. 2.499 US-Dollar; beim Pro gibt es erstmals eine 2-TB-Option, und die Top-Konfiguration des Pro Max kostet 500 US-Dollar mehr als die Vorgängergeneration.

Die Preisabstände zwischen den Speicherstufen wachsen von zuvor 200, 200 und 400 US-Dollar auf nun 200, 400 und 600 US-Dollar. JPMorgan sieht darin den wichtigsten Weg, über den Apple die gestiegenen Speicherkosten direkt weitergibt.

Da Pro-Max-Käufer tendenziell eher zu hohen Speicherkapazitäten greifen, dürfte sich der Produktmix in dieser Runde weiter zugunsten der teureren Modelle verschieben. Obwohl die Einstiegsversionen nur um 100 US-Dollar teurer werden, könnte der durchschnittliche Verkaufspreis der Pro-Serie daher um mehr als 100 US-Dollar steigen.

Auch die Hardware-Upgrades stützen die Preiserhöhung. Die iPhone-18-Pro-Serie nutzt den im 2-Nanometer-Verfahren gefertigten A20-Pro-Chip und führt eine neue Vapor-Chamber-Kühlung ein, wodurch die Dauerleistung um bis zu 40 Prozent steigt. Die Videowiedergabe-Laufzeiten der beiden Modelle verbessern sich von 33 bzw. 39 Stunden auf 36 bzw. 45 Stunden, und die Hauptkamera wird bei beiden auf einen 48-Megapixel-Sensor mit physisch variabler Blende aufgerüstet.

Apples eigenentwickeltes C2-Modem deckt erstmals die gesamte Herbst-Produktlinie ab. JPMorgan zufolge helfen eigene Chips und vertikale Integration, einige Komponentenkosten zu senken und so Puffer für gestiegene Materialpreise wie Speicher zu schaffen.

 

 

Vergleich der wichtigsten technischen Daten, Speicherkapazitäten und Einstiegspreise aller iPhone-Generationen.

 

Apple erhöht die Preise, aber die Monatsrate bleibt fast gleich

Der Schlüssel zu JPMorgans positiver Absatzeinschätzung liegt nicht in der Preiserhöhung um 100 US-Dollar selbst, sondern darin, wie Apple die Wahrnehmung der Preiserhöhung bei den Verbrauchern abmildert.

Das iPhone 18 Pro ist das erste neue Gerät, das in das Apple-Upgrade-Programm aufgenommen wird. Der von Klarna unterstützte Leasingdienst bietet zwei Hauptoptionen: Die 256-GB-Version kann über 24 Monate für 34,99 US-Dollar pro Monat oder über 12 Monate für 49,99 US-Dollar pro Monat bezahlt werden.

Beim 24-Monats-Plan zahlt der Nutzer über die Laufzeit etwa 70 Prozent des Verkaufspreises und kann am Ende upgraden, das Gerät kaufen oder zurückgeben. Für Verbraucher verlagert sich der Entscheidungsfokus vom Gesamtpreis von 1.199 US-Dollar auf eine monatliche Ausgabe von einigen Dutzend US-Dollar.

Auch die Mobilfunkanbieter bieten kräftige Wechselanreize. AT&T und T-Mobile gewähren für das iPhone 14 und neuere Modelle bis zu 1.200 US-Dollar Gutschrift, und Apples offizielles Inzahlungnahme-Programm bietet bis zu 885 US-Dollar.

JPMorgan zufolge können Leasing, Anbieter-Zuschüsse und Inzahlungnahme den größten Teil der Listenpreiserhöhung ausgleichen, sodass die tatsächliche monatliche Belastung für Upgrade-Kunden in etwa auf Vorjahresniveau bleibt. So kann Apple einerseits den ASP steigern und die Speicherkosten weitergeben, andererseits die Auswirkungen der Preiserhöhung auf den Absatz begrenzen.

Mit anderen Worten: Apple verzichtet nicht auf die Preiserhöhung, sondern versucht, sie für die Verbraucher möglichst unsichtbar zu machen.

 

Das 1.999-Dollar-Duo könnte die größte Überraschung dieser Runde sein

Im Vergleich zur erwartungsgemäßen Pro-Serie ist das erste faltbare iPhone Duo der eigentliche Blickfang des Events.

Das Duo verfügt über ein 7,6-Zoll-Innendisplay und ein 5,4-Zoll-Außendisplay; die Innenfläche ist rund 50 Prozent größer als beim iPhone 18 Pro Max. Apple nutzt eine Nanotextur-Oberfläche, um die Sichtbarkeit der Falz zu reduzieren, und setzt auf einen Rahmen aus Titan der Güteklasse 5, was es zum dünnsten iPhone im aufgeklappten Zustand macht.

Die 256-GB-Version startet bei 1.999 US-Dollar, die Varianten mit 512 GB, 1 TB und 2 TB kosten 2.199, 2.599 bzw. 3.199 US-Dollar. Im Vergleich zum Samsung Galaxy Z Fold8 mit einem Einstiegspreis von 1.899 US-Dollar ist das Duo nur 100 US-Dollar teurer.

JPMorgan hält diesen Preis für attraktiver als zuvor vom Markt erwartet. Für Premiumnutzer, die bereits im Apple-Ökosystem verankert sind, dürften 1.999 US-Dollar keine nennenswerte Hürde darstellen; für Nutzer faltbarer Android-Geräte lässt der geringe Preisabstand Raum für einen Wechsel zu Apple.

Wichtiger noch: Apple versucht, den Wettbewerbsschwerpunkt von Hardware-Spezifikationen auf das Software-Erlebnis zu verlagern. Das Betriebssystem des Duo passt die Benutzeroberfläche automatisch an Faltwinkel und halbgefaltete Haltung an; Apps wie Zoom, Slack und Netflix wurden bereits über neue APIs angepasst, und die Apple-Pencil-Unterstützung folgt später in diesem Jahr.

Das zeigt Apples Kernvorteil gegenüber bestehenden faltbaren Android-Geräten: Es geht nicht einfach darum, einen großen faltbaren Bildschirm hinzuzufügen, sondern die Interaktion von Apps in verschiedenen Bildschirmzuständen mithilfe der engen Hardware-Software-Integration neu zu gestalten.

Das Duo kann ab dem 16. Oktober vorbestellt werden und kommt am 23. Oktober in den Handel. Der Markt rechnet derzeit mit rund 10 Millionen verkauften Einheiten im Jahr 2026; JPMorgan hält ein besseres Ergebnis für möglich.

 

Die Apple Watch tritt nun direkt in den KI-Hardware-Wettbewerb ein

Apple stellte außerdem die Apple Watch Series 12 und die Ultra 4 vor, deren Preise mit 399 bzw. 799 US-Dollar unverändert bleiben – sie folgen also nicht der iPhone-Preiserhöhung.

Beide Modelle sind mit dem S11-Chip und einem neu gestalteten Gesundheitssensorsystem ausgestattet. Die Herzfrequenz wird nun alle fünf Sekunden gemessen, und die Herzfrequenzvariabilität wird mindestens alle fünf Minuten aktualisiert, was einen neuen Körperzustands-Score ermöglicht.

JPMorgan richtet sein Augenmerk jedoch vor allem auf die neue Funktion „Audio Intelligence“ der Apple Watch.

Live Rewind kann transkribieren, was der Nutzer gerade gehört hat; Siri Recap kann Gespräche nach den Vorgaben des Nutzers aufzeichnen und mithilfe von KI Zusammenfassungen und Kernpunkte erstellen. Apple gibt an, dass diese Funktionen Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind und keine Original-Audiodaten gespeichert werden.

JPMorgan zufolge könnte Siri Recap die Apple Watch offiziell in die Kategorie der KI-Wearables katapultieren. Angesichts der Konkurrenz durch KI-Aufnahmegeräte, Smart Glasses und andere neue Produkte ist die Apple Watch nicht länger nur ein Gesundheitsmonitor, sondern wird auch zu einem mobilen Endgerät für die Aufzeichnung und Verarbeitung persönlicher Informationen.

 

Günstigere AirPods zeigen, dass Apple noch Spielraum bei den Kosten hat

Die AirPods 5 kommen in zwei Versionen: Das Basismodell mit aktiver Geräuschunterdrückung kostet 129 US-Dollar – derselbe Preis wie die AirPods 4 der Vorgängergeneration ohne aktive Geräuschunterdrückung. Die 149-Dollar-Version bietet zusätzlich ein kabelloses Ladecase, eine längere Akkulaufzeit und eine Lautstärkeregelung per Wischgeste am Stiel und ist damit 30 US-Dollar günstiger als das ANC-Modell der Vorgängergeneration.

Während die iPhones wegen gestiegener Speicherkosten teurer werden, bleiben die Apple-Watch-Preise unverändert und die AirPods werden aktiv günstiger – ein Zeichen, dass Apple nicht bei allen Produktlinien gleichzeitig unter Preisdruck steht.

JPMorgan zufolge kann Apple durch günstigere Komponenten, Produkt-Redesigns und eigene Chips einen Teil der gestiegenen Materialkosten ausgleichen. Diese Einsparungen können genutzt werden, um die Preise einiger Produkte stabil zu halten, die Ausstattung zu verbessern oder strategisch wichtige neue Produkte zu subventionieren.

 

JPMorgans Einschätzung: Neues Wachstum beruht nicht nur auf Preiserhöhungen

JPMorgan bestätigt sein „Overweight“-Rating für Apple. Die Kernaussage ist nicht, dass Apple durch Preiserhöhungen einmalige Umsatzzuwächse erzielen kann, sondern dass das Unternehmen gleichzeitig drei Wachstumspfade öffnet.

Der erste ist das ASP-Wachstum durch die Preiserhöhung der Pro-Serie und den steigenden Anteil von Modellen mit hoher Speicherkapazität; der zweite ist die Absatzstützung durch Leasing, Zuschüsse und Inzahlungnahme; der dritte ist die völlig neue Premium-Produktkategorie Duo.

Darauf aufbauend dürften die ab Mitte September in die Testphase gehenden Siri-KI-Funktionen die Attraktivität eines Upgrades weiter erhöhen. Wenn Absatzwachstum, steigender ASP und die Einführung der KI-Funktionen gleichzeitig eintreten, könnte Apple einen umfassenderen iPhone-Umsatzwachstumszyklus erleben als durch eine reine Preiserhöhung.

Als Nächstes muss der Markt nicht das Event selbst beobachten, sondern die ersten Vorbestellzahlen und die Veränderungen bei den Lieferketten-Aufträgen. JPMorgan erwartet, dass das frühe Absatzfeedback eher positiv ausfallen und zum nächsten Katalysator für die Apple-Aktie werden dürfte.

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