Japan verkauft US-Staatsanleihen in Rekordhöhe zur Yen-Intervention, Währungsreserven fallen unter eine Billion Dollar
wallstreetcnOriginaltitel: „Japan verkauft offenbar US-Staatsanleihen zur Finanzierung einer rekordverdächtigen Yen-Intervention, Währungsreserven fallen unter eine Billion Dollar“
Originalautor: Zhao Ying, Wall Street Journal
Japan hat offenbar durch den Verkauf von US-Staatsanleihen und anderen ausländischen Wertpapieren seine rekordverdächtige Yen-Intervention finanziert. Dieser Schritt lässt die Sorgen über den Angebotsdruck auf US-Staatsanleihen erneut aufflammen.
Nach den am Montag vom japanischen Finanzministerium veröffentlichten Daten zu den Währungsreserven sanken die ausländischen Wertpapierbestände Ende August gegenüber dem Vormonat um 878 Milliarden Dollar. Dieser Rückgang deckt sich weitgehend mit dem Umfang der Intervention in diesem Monat. Das Finanzministerium hatte zuvor bestätigt, dass die Behörden im Monat bis zum 26. August insgesamt rund 15,4 Billionen Yen (etwa 986 Milliarden Dollar) für Devisenmarktinterventionen eingesetzt haben – ein monatlicher Rekordwert. Ein Teil der Operationen wurde gemeinsam mit den USA durchgeführt. Infolgedessen sanken die gesamten japanischen Währungsreserven um 946 Milliarden Dollar auf 9950 Milliarden Dollar und fielen damit unter die Marke von einer Billion Dollar.
Das enorme Ausmaß dieser Intervention und die möglichen Auswirkungen der Finanzierungsmethode auf den Markt für US-Staatsanleihen haben große Aufmerksamkeit erregt. Finanzminister Bessent kündigte kürzlich an, dass die Regierung in den zwei Monaten bis zum 4. November das Volumen der langfristigen Anleiherückkäufe verdoppeln werde. Dieser Schritt wird vom Markt als Maßnahme zur Begrenzung des Anstiegs der langfristigen Renditen interpretiert und zeigt, dass die USA der Stabilität des Marktes für Staatsanleihen zunehmend Bedeutung beimessen.
Ausländische Wertpapierbestände sinken stark, deutliche Anzeichen für Verkäufe von US-Staatsanleihen
Die Daten des Finanzministeriums zeigen, dass die ausländischen Wertpapierbestände Japans Ende August um 878 Milliarden Dollar zurückgingen, was nahe an den Interventionsausgaben des Monats liegt. Obwohl die Daten keine Aufschlüsselung der Wertpapierbestände nach Art und Laufzeit enthalten, schätzen Marktteilnehmer allgemein, dass etwa 70 % der japanischen Währungsreserven in US-Staatsanleihen investiert sind.
Betrachtet man die Marktpreise, so fiel der Preis für 10-jährige US-Staatsanleihen Ende August gegenüber Ende Juli nur geringfügig. Das bedeutet, dass Bewertungsänderungen nur einen äußerst geringen Beitrag zum Rückgang der ausländischen Wertpapierbestände leisteten, was die Einschätzung stützt, dass Japan aktiv US-Staatsanleihen verkauft hat.
Interventionsvolumen erreicht Rekord, USA und Japan handeln gemeinsam
Die Daten des Finanzministeriums zeigen, dass die japanischen Behörden im Monat bis zum 26. August rund 15,4 Billionen Yen für Devisenmarktinterventionen eingesetzt haben – ein monatlicher Rekordwert. Ein Teil der Operationen wurde gemeinsam mit den USA durchgeführt. Dies ist die bisher größte monatliche Yen-Intervention.
Hintergrund dieser Intervention war ein erheblicher Abwertungsdruck auf den Yen, der die Behörden zu massiven Markteingriffen zur Stützung der eigenen Währung zwang. Die Form der gemeinsamen Intervention zeigt zudem, dass sich die Koordination zwischen den USA und Japan in Wechselkursfragen vertieft hat.
Während Japan erneut durch den Verkauf von US-Staatsanleihen Interventionen finanziert, nimmt die Aufmerksamkeit amerikanischer Beamter für die Stabilität des Marktes für US-Staatsanleihen weiter zu, insbesondere angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen. Finanzminister Bessent kündigte kürzlich an, dass die Regierung in den zwei Monaten bis zum 4. November das Volumen der langfristigen Anleiherückkäufe verdoppeln werde. Der Markt geht allgemein davon aus, dass dieser Schritt darauf abzielt, die langfristigen Renditen zu drücken.
Japans Vorgehen zeigt, dass Tokio auch dann bereit ist, bei Bedarf US-Staatsanleihen zu verkaufen, wenn die USA zunehmend sensibel auf die Stabilität des Marktes für Staatsanleihen reagieren.
Reserven fallen unter eine Billion, aber Spielraum für Interventionen bleibt reichlich
Obwohl die japanischen Währungsreserven mit 9950 Milliarden Dollar unter die Marke von einer Billion Dollar gefallen sind, halten die Behörden die verbleibenden Reserven weiterhin für ausreichend, um künftige potenzielle Interventionen zu stützen. Neben ausländischen Wertpapieren sanken auch die Deviseneinlagen als weitere potenzielle Interventionsquelle Ende August um 69 Milliarden Dollar.
Bemerkenswert ist, dass der japanische Finanzminister Satsuki Katayama nach der gemeinsamen Intervention der USA und Japans erklärte, dass bei künftigen Interventionen möglicherweise auch die FIMA-Repo-Fazilität (Foreign and International Monetary Authorities Repo Facility) der Federal Reserve genutzt werden könnte. Dieses Instrument ermöglicht es Japan, täglich bis zu 600 Milliarden Dollar an Liquidität zu erhalten, ohne US-Staatsanleihen verkaufen zu müssen. Dadurch ließen sich die Auswirkungen auf die Renditen von US-Staatsanleihen wirksam begrenzen und der potenzielle Interventionsspielraum weiter ausweiten.
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