„Die Kavallerie ist da!“ Deutsche Bank: Wendepunkt bei Gold-Spotflüssen, Hedgefonds, Vermögensverwalter und Banken kaufen abwechselnd

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Der neueste Metallflussbericht der Deutschen Bank zeigt, dass sich bei den Gold-Spotflüssen ein Wendepunkt abzeichnet: Hedgefonds, Vermögensverwalter und Banken kaufen nun abwechselnd und lösen damit die zuvor kontinuierlich reduzierenden kommerziellen und privaten Gruppen ab. Bei den Schlüsselniveaus ist 4.300 US-Dollar die Auslöselinie für algorithmische Verkäufe, 4.700 US-Dollar die Auslöselinie für Futures-Käufe. Wichtiger noch: Diskretionäre Anleger sind bei Spot, Futures und ETFs weiterhin untergewichtet – der institutionelle Positionsaufbau könnte gerade erst begonnen haben.

Seit dem Spätsommer haben kommerzielle und private Gruppen kontinuierlich reduziert und damit die Spotnachfrage nach Gold gedämpft. Doch der neueste Bericht der Deutschen Bank zeigt, dass sich dieses Muster nun ändert.

Laut Zhuifeng Trading Desk veröffentlichte die Bank am 3. September ihren neuesten „dbMetals Gesamtmetall-Flussbericht“, der gleich zu Beginn mit „Die Kavallerie ist da (Here Comes the Cavalry)“ den Ton setzt. Daniel Ghali, Leiter Metallresearch, schreibt in dem Bericht:

Die Spotflüsse bei Gold haben sich gedreht. Zuvor verkauften kommerzielle und private Gruppen während der Spätsommer-Rally kontinuierlich, jetzt übernehmen nicht-kommerzielle Teilnehmer die Führung – angeführt von diskretionären Hedgefonds, Vermögensverwaltern und Banken, deren Handeln gemeinsam darauf hindeutet: Auf dem aktuellen Preisniveau ist die physische Goldnachfrage stark.

Die Deutsche Bank benennt ausdrücklich drei Hauptakteure: Diskretionäre Hedgefonds, Vermögensverwalter und Banken werden zu den Hauptkäufern. Obwohl bereits Käufe zu beobachten sind, bleiben die Positionen dieser Käufer bislang niedrig. Der Bericht schreibt:

Das deckt sich mit unserer Einschätzung: Die diskretionäre Gruppe ist bei Gold weiterhin unterinvestiert. Die Evidenz aus Futures- und Forwardkurven zeigt, dass der steile Anstieg im Spätsommer vor allem mit Liquiditätsdynamiken zusammenhing, während die doppelte finanzielle Unterdrückung überraschenderweise keine großen diskretionären Kapitalzuflüsse anziehen konnte.

Diskretionäre Anleger sind in den drei Dimensionen Spot, Futures und ETFs weiterhin untergewichtet. Das könnte bedeuten, dass der eigentliche institutionelle Positionsaufbau gerade erst beginnt und das Aufwärtspotenzial noch nicht freigesetzt ist.

 

CTA-Risiken bleiben – zwei Schlüsselniveaus im Blick behalten

Die Deutsche Bank blendet die Risiken nicht aus. CTAs (Commodity Trading Advisors/Trendfolge-Algorithmen) befinden sich derzeit in einem leichten Kaufmodus, und auch die kommerziellen Verkäufe haben sich abgeschwächt. Der Bericht weist jedoch ausdrücklich darauf hin:

Ein Bruch unter 4.300 US-Dollar je Unze könnte die nächste Runde algorithmischer Verkaufsprogramme auslösen; bei starken Nonfarm-Payrolls besteht Spielraum für weitere Positionsauflösungen.

Ein Ausbruch über 4.700 US-Dollar je Unze würde weitere Futures-Zuflüsse auslösen, deren Kaufvolumen insgesamt +13 % der maximalen Algorithmusposition entspricht.

Die aktuelle Lage fasst die Deutsche Bank in drei Punkten zusammen:

Die Kavallerie ist da

Diskretionäre Teilnehmer sind bei Spot, Futures und ETFs weiterhin breit untergewichtet

Sobald 4.700 US-Dollar durchbrochen werden, werden die Algorithmen mit Käufen nachziehen

 

Struktureller Bullenmarkt: Hormus ist wichtiger als die Fed

Über die kurzfristige taktische Ebene hinaus liefert die Deutsche Bank eine klare Einschätzung zur langfristigen Logik bei Gold.

Die Analysten weisen darauf hin, dass die fundamentale Triebkraft des strukturellen Gold-Bullenmarkts die Reserve-Diversifizierung ist – und diese Logik geht inzwischen über Zinsen und Preise hinaus und reicht bis in den geopolitischen Bereich. Er schreibt:

In unserem Weltbild ist der Konflikt an der Straße von Hormus derzeit für den Kampf um Reserven wichtiger als der eigene Inflationskampf des Vorsitzenden der Federal Reserve Warsh – das hängt direkt mit den Devisenreserven großer Energieimporteure und -exporteure zusammen, die aktive Teilnehmer am Goldmarkt sein könnten.

Die Deutsche Bank betont zudem besonders, dass es der mehrjährige Bärenmarkt am Anleihemarkt ist – und nicht der Rückgang riskanter Anlagen –, der Institutionen und Reservemanager dazu treibt, nach diversifizierenden Assets zu suchen.

Bei den Energiepreisen meinen die Analysten:

Anhaltend steigende Energiepreise sind eine stärkere Bedrohung als eine falkenhafte Federal Reserve. Solange die Energiepreise jedoch keine neuen Höchststände durchbrechen, bleibt das aktuelle Umfeld bullisch. Der Markt sorgt sich weiterhin vor einer falkenhaften Federal Reserve, aber die nächste Überraschung dürfte die starke Performance der Edelmetalle sein.

 

Andere Metalle: Platin und Palladium unter algorithmischem Verkaufsdruck, Nickel mit Angebotsstörungen

Der Bericht deckt auch die Kapitalflüsse bei anderen Metallen ab. Die wichtigsten Punkte:

Platin und Palladium: Die Algorithmen sind extrem verkaufsorientiert. Die Deutsche Bank schätzt, dass bei fallenden Preisen das Volumen der CTA-Verkaufsprogramme bei Platin in der kommenden Woche -12 % bis -26 % der maximalen Algorithmusposition erreichen könnte, bei Palladium -18 % bis -30 %.

Aluminium: CTAs sind leicht kauforientiert, aber die Asymmetrie hat sich weitgehend aufgelöst; die Richtung für die kommende Woche tendiert zu neutral.

Nickel: Potenzielle Angebotsstörungen zeichnen sich ab, aber die Preise reagieren bislang verhalten. Die Deutsche Bank weist darauf hin, dass der LME-Dreimonatspreis für Nickel von 17.300 US-Dollar je Tonne das nächste Schlüsselniveau ist, das umfangreiche CTA-Käufe auslösen würde – das Kaufvolumen könnte +13 % der maximalen Algorithmusposition erreichen. Sollte das Risiko wasserbedingter Störungen durch El Niño steigen, könnte das CTA-Kaufvolumen in einem Ausbruchsszenario +30 % erreichen.

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