Bitcoin-Zahlungen schwinden am legendären Bitcoin Beach in El Salvador
cryptonewsDer Bitcoin-Core-Mitarbeiter Jon Atack berichtete am 23. August, dass ein Restaurant in El Zonte, El Salvador, seine erste Bitcoin-Zahlung des Monats erhielt, als er sein Mittagessen bezahlte. Atack, der seit 2022 in El Salvador lebt, sagte, das Restaurantpersonal habe ihm mitgeteilt, dass Bitcoin-Zahlungen früher üblich gewesen seien, inzwischen aber „praktisch nicht mehr vorkommen“. El Zonte ist weithin als Bitcoin Beach bekannt, die Gemeinde, die maßgeblich zur nationalen Bitcoin-Politik El Salvadors beigetragen hat.
Bericht vom Bitcoin Beach spiegelt die Erfahrung eines einzelnen Händlers wider
Laut Atacks Schilderung gab das Restaurantpersonal an, dass fast alle Kunden inzwischen mit Karte zahlten. Eine Mitarbeiterin habe ein Trinkgeld in Satoshis abgelehnt, weil sie vergessen habe, wie ihre Bitcoin-App funktioniert.
„Es war die erste Bitcoin-Zahlung dort im ganzen Monat“, berichtete Atack. Er bezeichnete die Begegnung als anekdotisch, das heißt, sie lässt keine Rückschlüsse auf das Zahlungsaufkommen in ganz El Zonte oder El Salvador zu.
Eine andere Besucherin, die auf die Diskussion reagierte, gab an, kürzlich in der Gegend mit Bitcoin bezahlt zu haben. Sie habe zudem Schilder gesehen, die auf Bitcoin-Akzeptanz hinweisen, was zeige, dass die Zahlungsinfrastruktur bei einigen Geschäften weiterhin verfügbar sei.
Die Berichte widersprechen sich nicht zwangsläufig. Die Händleraktivität kann je nach Standort, Kundenstamm und Saison variieren. Für August lagen keine umfassenden Transaktionsdaten für El Zonte öffentlich vor, um den gemeldeten Rückgang zu messen.
Nationale Umfragen zeigen bereits rückläufige Bitcoin-Nutzung
Atacks Erfahrung deckt sich mit früheren nationalen Umfragen, die eine geringere Nutzung durch Verbraucher belegen. Eine Umfrage der Universidad Centroamericana ergab, dass 8,1 % der Salvadorianer im Jahr 2024 Bitcoin für Käufe oder Zahlungen genutzt haben.
Die gemeldete Nutzung sank von 25,7 % im Jahr 2021 auf 21 % im Jahr 2022 und 12 % im Jahr 2023. Die Umfrage von 2024 umfasste 1.266 Personen, hatte ein Konfidenzniveau von 95 % und eine angegebene Fehlermarge von 2,75 Prozentpunkten.
Eine separate Umfrage der Universidad Francisco Gavidia kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Sie ergab, dass 92 % der Befragten im Jahr 2024 keine Bitcoin-Transaktionen durchführten, während 7,5 % angaben, dies zu tun.
Diese Umfragen messen die selbstberichtete Nutzung und nicht die Transaktionsvolumina der Händler. Sie liefern dennoch breitere Belege als die Erfahrung eines einzelnen Restaurants und zeigen, dass die alltägliche Bitcoin-Nutzung bereits vor dem jüngsten Bericht vom Bitcoin Beach zurückgegangen war.
Die Tendenz, Bitcoin zu halten statt auszugeben, ist eine mögliche Erklärung. Anhänger, die einen Preisanstieg erwarten, bevorzugen für alltägliche Einkäufe möglicherweise Karten oder Dollar. Auch Preisvolatilität und ungewohnte Wallet-Prozesse könnten Verbraucher abschrecken, aber keine neue Umfrage belegt, welcher Faktor derzeit dominiert.
El Salvador macht Bitcoin-Akzeptanz freiwillig
El Salvador führte Bitcoin im September 2021 als gesetzliches Zahlungsmittel ein. Das ursprüngliche Gesetz verpflichtete Unternehmen mit der nötigen Technologie grundsätzlich zur Annahme des Vermögenswerts, während die Regierung die Umrechnung in Dollar über die Chivo-Wallet und den Fidebitcoin-Treuhandfonds unterstützte.
Das Land überarbeitete diese Politik, bevor es im Februar 2025 eine 40-monatige erweiterte Fondsfazilität in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar vom Internationalen Währungsfonds (IWF) erhielt. In der Genehmigung des IWF hieß es, die Reformen machten die Annahme im Privatsektor freiwillig und verlangten, dass Steuern in US-Dollar zu zahlen seien.
Das detaillierte IWF-Programm bestätigte außerdem, dass die Regierung ihre Verpflichtung zur Garantie der Umrechnung zwischen Bitcoin und Dollar aufgehoben hat. Händler können die Bitcoin-Annahme daher einstellen, wenn Kundennachfrage oder Betriebskosten die Aufrechterhaltung des Dienstes nicht rechtfertigen.
Im IWF-Update vom Dezember 2025 hieß es, die Verhandlungen über den Verkauf der Regierungsbeteiligung an der Chivo-Wallet seien weit fortgeschritten. Eine Bestätigung, dass die Transaktion abgeschlossen wurde, gab es nicht.
Staatliche Reserven sind von Privatkundenzahlungen getrennt
Die Regierung El Salvadors weist weiterhin offenbar Zugänge zu ihrer öffentlich verfolgten Bitcoin-Reserve aus. Diese Bewegungen belegen nicht, dass die Einwohner Bitcoin häufiger für alltägliche Einkäufe nutzen.
Onchain-Daten deuteten zuvor darauf hin, dass El Salvador nach Unterzeichnung des IWF-Abkommens 240 BTC hinzugefügt hat. Die gemeldeten Zugänge setzten eine Politik fort, die zuvor innerhalb einer Woche ein offensichtliches Reservewachstum von 20 BTC erbracht hatte.
Spätere IWF-Dokumente, die von salvadorianischen Beamten unterzeichnet wurden, besagten, dass der öffentliche Sektor nach Genehmigung des Programms nicht freiwillig Bitcoin angehäuft habe.
Der IWF erklärte, die gesamten staatlich kontrollierten Bestände seien unverändert geblieben. Offensichtliche Zuwächse in einzelnen Wallets könnten daher Übertragungen zwischen staatlich kontrollierten Adressen widerspiegeln und keine Käufe von externen Parteien.
Die erste Programmüberprüfung des Fonds forderte die Regierung auf, ihre aggregierten Bitcoin-Bestände unverändert zu lassen, die öffentliche Beteiligung an Chivo zu reduzieren und die Aufsicht über Krypto-Assets zu verbessern.
Wie es weitergeht, hängt von aktualisierten Händlerdaten, einer neuen landesweiten Nutzungsumfrage und dem Chivo-Verkaufsprozess ab. Bis dahin stützt der Bericht aus dem Restaurant die vorhandenen Belege für eine schwächere Zahlungsakzeptanz, beweist aber nicht, dass Bitcoin-Zahlungen landesweit verschwunden sind.
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