Ex-Hack-VC-Partnerin erhebt Vorwürfe: Suizidversuch nach Arbeitsdruck, lehnt Schweigegeld-Vergleich ab
chaincatcherIm Krypto-Venture-Capital-Umfeld ist ein schwerwiegender Arbeitskonflikt ausgebrochen.
Die ehemalige Hack-VC-Partnerin und Managing Director Hsin-Ju veröffentlichte am 23. August eine ausführliche öffentliche Erklärung, in der sie die hohe Arbeitsbelastung, gesundheitliche Krisen, den Druck zur Kündigung und die anschließenden rechtlichen Auseinandersetzungen während ihrer Zeit bei Hack VC schildert. Sie wirft dem Management vor, ihr mit einer „Sperrung in der Branche“ gedroht zu haben. Der anhaltende Druck habe letztlich zu einem Suizidversuch geführt. Ein Vergleichsangebot mit einer Verschwiegenheitsklausel lehnte sie ab – sie verzichtete lieber auf eine Entschädigung, als eine Schweigepflicht zu akzeptieren.
Hsin-Ju ist eine erfahrene Fachkraft der Kryptoindustrie mit rund neun Jahren Berufserfahrung. Aus ihrem öffentlichen Lebenslauf geht hervor, dass sie 2017 als Head of Growth bei Stellar tätig war und dort mit dem Mt.-Gox-Gründer Jed McCaleb zusammenarbeitete. 2018 wechselte sie als Head of Growth zum frühen Solana-Team und gründete später Dystopia Labs. Sie organisierte über 17 Ethereum-Entwicklerkonferenzen und verantwortete das Wachstumsgeschäft von Fhenix. Ab 2021 war sie in Teilzeit für Hack VC tätig und trat im März 2025 offiziell eine Vollzeitstelle als Partnerin und Managing Director an. Im September desselben Jahres verließ sie das Unternehmen.
Hohe Arbeitsbelastung und Vorwurf der „Branchensperre“
Laut Hsin-Ju wurde bei ihr im Jahr 2025 während ihrer Anstellung Morbus Basedow, eine Schilddrüsenüberfunktion und schwere Schlaflosigkeit diagnostiziert. Dennoch habe sie eine extrem hohe Arbeitsintensität aufrechterhalten müssen: 13 bis 14 Stunden pro Tag, sechs Tage die Woche, mit teils nur null bis vier Stunden Schlaf pro Nacht. Zu dieser Zeit fand die Korea Blockchain Week statt, und sie war für den Hack Summit und damit verbundene Veranstaltungen verantwortlich.
Sie gibt an, mehrfach gekündigt zu haben, ohne dass dies genehmigt wurde. Hsin-Ju wirft dem Hack-VC-Mitgründer und Managing Partner Alex Pack sowie Partner Daniel Bulaevsky vor, gedroht zu haben, ihre künftige Karriereentwicklung über ihre Branchenkontakte zu beeinträchtigen, falls sie vor Abschluss des Summits und der zugehörigen Veranstaltungen ausscheide.
Ihren Angaben zufolge betonte Alex Pack, er pflege langjährige persönliche Beziehungen zu vielen Managing Partnern von Venture-Firmen und besitze daher die Möglichkeit, sie in der Branche „auf die schwarze Liste“ zu setzen.
Hsin-Ju erklärte, der fast einen Monat anhaltende Druck habe letztlich zu ihrem Suizidversuch geführt. Sie habe zu diesem Zeitpunkt lediglich normal ausscheiden wollen und nicht geplant, das Unternehmen zu verklagen – sofern das Unternehmen keine Vergeltungsmaßnahmen ergreife oder sie öffentlich diffamiere.
Sie gab an, dass ihr Jahresgehalt vor dem Ausscheiden 300.000 US-Dollar betrug.
Streit um Krankenversicherung eskaliert nach der Kündigung
Doch auch nach ihrer Kündigung endete der Konflikt zwischen beiden Parteien nicht.
Hsin-Ju zufolge traten anschließend Probleme mit ihrer COBRA-Anschlusskrankenversicherung auf. Die damit verbundenen Auseinandersetzungen dauerten fast vier Monate, und mehrere Kommunikationsversuche blieben erfolglos, bis sie die Kanzlei Sanford Heisler einschaltete, woraufhin schließlich eine Lösung gefunden wurde.
Sie ist der Ansicht, dass das Unternehmen angesichts ihrer schweren gesundheitlichen Krise die Krankenversicherungsfrage nicht ordnungsgemäß behandelt habe, was den Konflikt zwischen beiden Parteien weiter verschärft habe.
In den anschließenden, fast ein Jahr dauernden rechtlichen Verhandlungen wirft Hsin-Ju den Anwälten des Unternehmens und einigen Partnern vor, falsche Aussagen über Mitarbeiter gemacht zu haben. Sie nennt dabei Personen wie @0xRodney, @IsTheBaron, @roshunpatel und @Alex__Botte. Zudem erwähnt sie, dass in der VC-Branche übliche Interessenverflechtungen wie Carry und Clawback dazu führen könnten, dass manche Personen die Fakten vermeiden.
Ablehnung eines Vergleichs mit Schweigeklausel – Beweise sollen am 26. August veröffentlicht werden
Beide Parteien hatten zuvor eine private Mediation durchlaufen und standen kurz vor einer Einigung. Hsin-Ju zufolge enthielt der entsprechende Vorschlag jedoch eine Verschwiegenheitsklausel. Sie lehnte den Vergleich letztlich ab, entließ ihre Anwältin und beschloss, den gesamten Vorfall öffentlich zu machen.
Sie erklärte, es gehe ihr nicht um eine Entschädigung, sondern darum, die Ereignisse offenzulegen. Zugleich räumte sie ein, dass die persönliche Auseinandersetzung mit einer VC-Firma, die etwa 600 bis 700 Millionen US-Dollar verwaltet, erhebliche rechtliche und berufliche Risiken mit sich bringen könne.
Hack VC reagierte darauf mit dem Hinweis, man habe die entsprechenden Inhalte zur Kenntnis genommen und sei um Hsin-Jus Gesundheit besorgt. Zugleich betonte das Unternehmen, dass zwischen beiden Parteien „erhebliche Unterschiede“ in der Darstellung des Vorfalls bestünden. Weitere Details wollte man aus Respekt vor der Privatsphäre nicht preisgeben und ging auch nicht direkt auf die konkreten Vorwürfe zu Arbeitsdruck, Krankenversicherungsstreit und Branchendrohungen ein.
Laut RootData haben im vergangenen Jahr neben Hsin-Ju mindestens drei weitere Führungskräfte auf Partnerebene Hack VC verlassen, darunter Alex Botte, Roshun Patel und Sean Brown. Auch bei den Investitionen sind die Investitionsrunden von Hack VC auf den niedrigsten Stand seit der Gründung gesunken; in diesem Jahr wurden nur vier Projekte öffentlich finanziert.
Derzeit befindet sich der Vorfall noch in einem Stadium, in dem beide Seiten unterschiedliche Darstellungen liefern. Hsin-Jus Aussagen entbehren bislang belastbarer Beweise oder öffentlicher Unterstützung durch andere bekannte Branchenpersönlichkeiten. Hsin-Ju hat angekündigt, am 26. August oder früher entsprechende Beweise öffentlich vorzulegen. Dies wird ein entscheidender Punkt dafür sein, ob ihre Kernvorwürfe bestätigt werden können.
Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Investitionsberatung in Bezug auf BTCC dar. BTCC unternimmt alle Anstrengungen, kann jedoch nicht die Wahrheit, Genauigkeit oder Originalität des oben stehenden Inhalts garantieren.