Hashprice erholt sich um 20 % – ist das Schlimmste für Bitcoin-Miner vorbei?
PanewslabAutor: Hashrate Heart
Viele Beobachter haben kürzlich bemerkt, dass die Bitcoin-Miner, von denen es hieß, sie könnten „kaum noch durchhalten“, plötzlich Anzeichen einer Erholung zeigen.
Ein zentraler Indikator dafür, ob Miner täglich profitabel sind, ist der sogenannte „Hashprice“ (man kann ihn als den täglichen Verdienst pro Rechenleistungseinheit verstehen – wie viele US-Dollar eine Einheit Rechenleistung pro Tag einbringt).
Nach der langen Durststrecke durch das Halving 2024 stieg dieser Indikator Mitte bis Ende August, angetrieben von einem wöchentlichen Bitcoin-Preisanstieg von rund 20 %, von etwa 32 US-Dollar auf rund 38,33 US-Dollar – ein Plus von etwa 20 %.
On-Chain-Daten zeigen, dass börsennotierte Mining-Unternehmen in diesem Jahr bereits rund 28.000 Bitcoin verkauft haben und ihre Reserven insgesamt weiter sinken; doch mit der Erholung des Hashprice im August sind einige effiziente Mining-Geräte wieder profitabel.
Bedeutet das, dass die brutalste Phase für die Mining-Branche wirklich vorbei ist?
1. Die schlimmste Zeit ist vorbei
Bevor wir über diese Erholung sprechen, sollten wir uns ansehen, wie schwierig es für die Miner zuletzt war.
Im ersten Quartal 2026 fiel der Hashprice zeitweise auf nur 28 bis 30 US-Dollar pro PH/s und Tag – ein historisches Tief seit dem Halving.
Laut Schätzungen von CoinShares waren damals etwa 15 % bis 20 % der älteren Mining-Geräte im Netzwerk (z. B. die Antminer-S19-Serie) nicht einmal in der Lage, ihre Stromkosten zu decken – der Betrieb war ein reines Verlustgeschäft.
Um zu überleben, mussten selbst führende börsennotierte Mining-Unternehmen „Notverkäufe“ tätigen.
Core Scientific verkaufte allein im Januar 2026 rund 1.900 Bitcoin aus seinen Reserven und plante, im ersten Quartal fast alle verbleibenden Bestände zu liquidieren;
Branchengrößen wie Marathon Digital und Riot Platforms verkauften im ersten Halbjahr 2026 ebenfalls in großem Umfang Bitcoin, um durch den Verkauf von Beständen Liquidität zu sichern.
Glücklicherweise besserte sich die Lage ab Juli 2026.
Laut Daten des Luxor Hashrate Index erholte sich der Hashprice bis Mitte/Ende Juli von seinem Tief Anfang Juni auf rund 32,34 US-Dollar pro Tag – ein Anstieg von etwa 16 %.
2. Woher kam diese lebensrettende Erholung?
Dass die Miner von der Intensivstation entlassen werden konnten, war kein reiner Glücksfall, sondern das Zusammentreffen dreier Faktoren.
Erstens: der Bitcoin-Preis.
Um den 10. August herum erholte sich Bitcoin von einem lokalen Tief bei rund 62.000 US-Dollar auf über 65.000 US-Dollar.
Bis zum 25. August durchbrach Bitcoin die Marke von 81.000 US-Dollar und erreichte ein Hoch von etwa 81.270 US-Dollar.
Für die gleiche Menge an Blockbelohnungen erhalten die Miner nun mehr US-Dollar – das ist die direkteste Einnahmequelle.
Zweitens: eine Bereinigung innerhalb der Branche.
Als die Erträge unter die Kosten fielen, mussten viele kleine und mittlere Miner mit hohen Stromkosten und veralteter Hardware den Betrieb einstellen; im vierten Quartal 2025 fiel die gesamte Netzwerk-Hashrate um etwa 10 % vom Höchststand.
Mit weniger Wettbewerbern können die verbleibenden Miner ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen.
Drittens: eine seltene Anpassung der Mining-Schwierigkeit.
Im vierten Quartal 2025 erlebte das Bitcoin-Netzwerk erstmals seit Juli 2022 drei aufeinanderfolgende Schwierigkeitsanpassungen nach unten.
Eine geringere Schwierigkeit bedeutet, dass mit derselben Hardware mehr Bitcoin geschürft werden können.
Mit dem steigenden Bitcoin-Preis und der sinkenden Schwierigkeit hat sich der Cashflow einiger effizienter Miner tatsächlich verbessert.
3. Bis zu echten Gewinnen ist es noch weit
Doch eine Atempause bedeutet noch lange nicht, dass der Frühling gekommen ist – die großen Belastungen der Miner sind nicht verschwunden.
Die erste Belastung sind die hohen Förderkosten.
Laut einem im März 2026 veröffentlichten Bericht von CoinShares lagen die gewichteten durchschnittlichen Cash-Kosten für die Förderung eines Bitcoin bei börsennotierten Mining-Unternehmen im vierten Quartal 2025 bei rund 79.995 US-Dollar.
Selbst wenn der Bitcoin-Preis am 25. August über 81.000 US-Dollar lag, ist die Branche laut CoinShares erst dann wirklich sicher, wenn sich der Preis dauerhaft über 100.000 US-Dollar etabliert.
Die zweite Belastung ist die Schuldenlast aus der Transformation.
Da das Mining unrentabel ist, haben viele Unternehmen auf die Vermietung von KI-Rechenleistung umgestellt und Verträge im Gesamtwert von über 70 Milliarden US-Dollar für Hochleistungsrechnen abgeschlossen.
Doch die Transformation erfordert enorme Vorabinvestitionen in die Infrastruktur –
beispielsweise trägt WULF derzeit Schulden in Höhe von rund 5,8 Milliarden US-Dollar, und CIFR hat vorrangige besicherte Anleihen im Volumen von 1,7 Milliarden US-Dollar begeben – und das ist nur eine der früheren Finanzierungen des Unternehmens.
Für kleine und mittlere Miner ohne Zugang zu günstigem Kapital ist dieser Weg schlicht nicht gangbar.
Diese Erholung um 20 % gleicht eher einem Beatmungsgerät für Miner, die nach Luft schnappen.
Sie hilft, wieder zu Kräften zu kommen, reicht aber noch nicht, um sofort wieder aufzustehen und loszulaufen.
Für diejenigen, die weiterhin in den Mining-Farmen ausharren, könnte die Erholung des Hashprice tatsächlich ein Hoffnungsschimmer sein.
Ob daraus ein Frühling wird, hängt jedoch davon ab, ob Bitcoin die Marke von 70.000 US-Dollar verteidigen und in höhere Preisregionen vorstoßen kann.
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