Justin Sun gewinnt Gerichtsstreit um Veröffentlichung der Klage gegen World Liberty Financial
cryptonewsWorld Liberty Financial erlitt vor einem kalifornischen Bundesgericht einen bemerkenswerten juristischen Rückschlag, nachdem ein Richter entschieden hatte, dass die individuellen Ansprüche von Justin Sun gegen das Kryptowährungsprojekt weiterhin öffentlich verhandelt werden.
Die Entscheidung wies den Antrag von World Liberty auf Anordnung eines privaten Schiedsverfahrens und auf Verschluss der Akten zurück. Sun, ein früher Ankerinvestor des Unternehmens, begrüßte das Urteil als wichtigen Sieg für mehr Transparenz auf den Märkten für digitale Vermögenswerte.
Gericht gibt Sun in der öffentlichen Verhandlung Recht
Das kalifornische Bundesgericht befasste sich mit dem Antrag von World Liberty, die Ansprüche von Sun in ein vertrauliches Schiedsverfahren zu überführen. Suns Anwälte argumentierten, der Streitfall gehöre in die Öffentlichkeit – eine Auffassung, die vom vorsitzenden Richter bestätigt wurde.
World Liberty strebte zwar auch an, alle unternehmensbezogenen Ansprüche einem privaten Schiedsverfahren zuzuführen, doch das Gericht gab diesem Antrag nicht vollständig statt. Stattdessen wurden beide Parteien angewiesen, selbst zu entscheiden, welche Unternehmensansprüche vor einem öffentlichen Gericht verbleiben und welche für ein Schiedsverfahren in Frage kommen.
Sun bezeichnete die Gerichtsentscheidung als entscheidenden Schritt, um sicherzustellen, dass Token-Inhaber volle Transparenz hinsichtlich der Projektführung und der Behandlung von Investoren erhalten. Er merkte an, dass World Liberty nicht aggressiv versuchen würde, öffentlicher Kontrolle zu entgehen, wenn ihre Handlungen vertretbar wären.
Sun gehörte zu den größten frühen Geldgebern von World Liberty Financial und investierte anfänglich 45 Millionen US-Dollar in $WLFI-Token. Er behauptet, seine bedeutende Beteiligung habe maßgeblich dazu beigetragen, dass der Gesamtumsatz der Token-Verkäufe des Projekts 550 Millionen US-Dollar überstieg. In seiner Klage fordert er Schadensersatz in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar.
Vorwürfe der Hintertür konzentrieren sich auf die Token-Kontrolle
Sun behauptet in seiner Klage, World Liberty habe versteckte administrative Hintertüren in den Code des $WLFI-Smart-Contracts eingebaut. Diese Funktionen sollen es dem Projektteam ermöglichen, Token-Guthaben willkürlich einzufrieren, einzuschränken oder zu vernichten. Sun gibt an, World Liberty habe diese Funktionen nach Streitigkeiten gegen seine persönlichen Token-Bestände eingesetzt.
Er behauptet außerdem, mit Strafanzeigen bedroht worden zu sein, als er versuchte, seine Rechtsmittel auszuschöpfen. Nach seiner ersten Klageerhebung erwirkte Sun eine einstweilige Verfügung, die World Liberty daran hinderte, seine Token zu vernichten oder anderweitig zu verteilen.
Sun behauptet zudem, World Liberty habe identische Einfrierungs- und Vernichtungsmechanismen in seinen USD1-Stablecoin integriert. Er warnte USD1-Nutzer, dass ihre Vermögenswerte nach Ermessen des Emittenten eingefroren oder vernichtet werden könnten, und führte die Behandlung von $WLFI-Investoren als Warnsignal an.
Sun erklärte, dass andere frühe Unterstützer ähnliche Beschwerden im privaten Kreis geäußert hätten, aber aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen zögerten, sich zu Wort zu melden.
Fragen zur Finanzstabilität und Führung aufgeworfen
Sun äußerte Bedenken, ob World Liberty über ausreichend Kapital verfügt, um ein mögliches Gerichtsurteil zu erfüllen. Er wies darauf hin, dass die ausgewiesene Marktkapitalisierung von USD1 in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar auf Nutzersicherheiten beruht, die rechtlich nicht zur Deckung von Unternehmensverbindlichkeiten verwendet werden dürfen.
Laut den in der Klage zitierten Berichten hinterlegte World Liberty rund 5 Milliarden $WLFI-Token als Sicherheit bei Dolomite – einer Kreditplattform, die vom CTO von World Liberty mitgegründet wurde. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass diese zirkuläre Kreditstruktur an Hebelpraktiken erinnert, die vor aufsehenerregenden Krypto-Zusammenbrüchen wie dem von FTX beobachtet wurden.
Sun erwähnte auch die Beteiligung von Chase Herro, dem Mitbegründer von World Liberty, an Dough Finance, einem früheren Projekt, das Opfer einer Sicherheitslücke wurde und bei dem die Gelder größtenteils unauffindbar sind.
Laut Sun werfen diese strukturellen und Führungsprobleme Zweifel an der langfristigen Zahlungsfähigkeit von World Liberty auf, und er forderte die Marktteilnehmer dringend auf, unabhängige Due-Diligence-Prüfungen durchzuführen, bevor sie Vermögenswerte auf der Plattform einsetzen.
Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Investitionsberatung in Bezug auf BTCC dar. BTCC unternimmt alle Anstrengungen, kann jedoch nicht die Wahrheit, Genauigkeit oder Originalität des oben stehenden Inhalts garantieren.