IPO naht: Anthropic sichert sich Rechenleistung im Wert von 517 Milliarden Dollar, liegt aber weiter hinter OpenAI

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Originaltitel: „Rüstungswettlauf vor dem Börsengang! Anthropic sichert sich innerhalb von 11 Monaten Rechenleistung im Wert von 517 Milliarden Dollar, liegt aber weiter hinter OpenAI“

Originalautor: Long Yue, Wall Street Insight

 

Anthropic hat in den vergangenen elf Monaten intensiv Rechenleistungsverträge mit einem Gesamtwert von 517 Milliarden Dollar abgeschlossen. Direkter Auslöser dieser Beschaffungswelle ist der explosionsartige Nachfrageschub durch die beiden Produkte Claude Code und Cowork in diesem Jahr.

 

Laut einer Analyse von The Information auf Basis öffentlicher Erklärungen und früherer Berichte hat Anthropic seit Oktober letzten Jahres Verträge unterzeichnet, die mindestens 14,8 Gigawatt Rechenkapazität sichern und in den kommenden Jahren abrufbar sind. Zusammen mit den bereits zuvor gesicherten 1 bis 2 Gigawatt vergrößert sich das Gesamtvolumen weiter.

 

Diese Zahl übertrifft die Pläne, die Anthropic im Dezember 2025 gegenüber Investoren offengelegt hatte – damals hieß es, das Unternehmen werde bis 2029 180 Milliarden Dollar für Servermieten ausgeben. Nach den bisher veröffentlichten Vereinbarungen könnten die Gesamtausgaben über die nächsten rund zehn Jahre jedoch bis zu 517 Milliarden Dollar betragen, einschließlich Cloud-Kapazitätsmieten, Chipkäufen und Rechenzentrums-Leasingverträgen.

 

Bemerkenswert ist, dass Anthropic möglicherweise weitere, noch nicht veröffentlichte Vereinbarungen hat und die bereits vertraglich gesicherte Kapazität nicht zwangsläufig vollständig genutzt wird.

 

Obwohl der annualisierte Umsatz von Anthropic bereits 650 Milliarden Dollar übersteigt und damit über den 400 Milliarden Dollar von OpenAI liegt, bleibt die Rechenleistungsreserve hinter dem von OpenAI geplanten Ziel von 30 Gigawatt zurück.

 

Kernlieferanten: Amazon und Google tragen den Großteil

Die frühen Partner und Investoren Amazon und Google sind weiterhin die größten Rechenleistungslieferanten von Anthropic und stellen zusammen 11 Gigawatt Kapazität bereit, mit Kosten von über 300 Milliarden Dollar über die nächsten rund zehn Jahre.

 

Im vergangenen Jahr hat Anthropic seine Reichweite zudem auf Partner ausgedehnt, die zuvor enger mit OpenAI verbunden waren:

 

Microsoft: Im November letzten Jahres kündigte Anthropic eine Vereinbarung mit dem langjährigen OpenAI-Unterstützer an und verpflichtete sich, mindestens 30 Milliarden Dollar für die Anmietung von etwa 1 Gigawatt Microsoft-Azure-Serverkapazität (mit Nvidia-Chips) auszugeben.

 

SpaceX: Im Mai dieses Jahres gab Anthropic einen Vertrag mit Musks SpaceX bekannt, wonach monatlich 1,25 Milliarden Dollar für die Anmietung von KI-Servern gezahlt werden. Die Vereinbarung läuft bis Mai 2029, mit potenziellen Gesamtkosten von bis zu 45 Milliarden Dollar.

 

Lambda und Nscale: Erst im vergangenen Monat unterzeichnete Anthropic Cloud-Verträge im Wert von 80 Milliarden Dollar mit dem Startup Lambda und dem britischen Anbieter Nscale und sicherte sich damit mindestens 460 Megawatt Kapazität über sechs Jahre.

 

Eigene Rechenzentren: Wette auf langfristige Kontrolle

Neben der Anmietung beschleunigt Anthropic auch den Aufbau eigener Rechenzentren.

 

Im November letzten Jahres kündigte Anthropic an, gemeinsam mit dem Cloud-Computing-Startup Fluidstack 50 Milliarden Dollar in Rechenzentren in Texas und New York zu investieren; einige Anlagen sind in diesem Jahr bereits in Betrieb gegangen.

 

Darüber hinaus hat Anthropic einen Leasingvertrag mit dem ehemaligen Bitcoin-Miner TeraWulf unterzeichnet, der in Kentucky ein KI-Rechenzentrum entwickelt, das letztlich 401 Megawatt Rechenleistung bereitstellen soll.

 

Auf Chipebene schloss Anthropic im April dieses Jahres eine Vereinbarung mit Google über den Kauf von Tensor Processing Units im Multi-Gigawatt-Maßstab (entworfen von Broadcom); im Juli folgte eine zusätzliche Bestellung von AMD-Chips im Umfang von 2 Gigawatt.

 

Abstand zu OpenAI: Umsatz vorn, Rechenleistung hinten

Obwohl Anthropic beim Umsatz inzwischen die Nase vorn hat – laut Bloomberg liegt der annualisierte Umsatz bei über 650 Milliarden Dollar und damit über den mehr als 400 Milliarden Dollar, die OpenAI bis Juli dieses Jahres erzielte –, bleibt der Abstand bei der Rechenleistung erheblich.

 

OpenAI teilte Investoren im April dieses Jahres mit, bis 2030 über 30 Gigawatt Rechenleistung verfügen zu wollen. Nach Angaben informierter Personen rechnet OpenAI seit letztem Monat mit Rechenleistungsausgaben von rund 750 Milliarden Dollar bis 2030, nach zuvor prognostizierten 665 Milliarden Dollar.

 

OpenAI hat bereits intensiv Verträge mit Oracle, Microsoft, CoreWeave und anderen Unternehmen geschlossen. OpenAI-Führungskräfte erklären, diese Zusagen hätten dem Unternehmen einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern verschafft.

 

Im Vergleich dazu scheint das von Anthropic veröffentlichte Gesamtvolumen der Rechenleistungsplanung weiterhin deutlich unter dem Zielniveau von OpenAI zu liegen.

 

Kritische Variable vor dem Börsengang

Ob die Rechenleistung mit dem Wachstum Schritt halten kann, wirkt sich unmittelbar auf die Gewinnmargen und die Kundenbindung von Anthropic aus.

 

Anthropic und Finanzchef Krishna Rao haben Rechenleistungsvereinbarungen im vergangenen Jahr zur Priorität erklärt. Da der Börsenprospekt voraussichtlich in den kommenden Wochen veröffentlicht wird, warten Investoren besonders gespannt auf die neuesten Angaben des Unternehmens zu Rechenkapazität und Ausgaben.

 

Allerdings sind diese Vereinbarungen nicht in Stein gemeißelt. Der Bau von Rechenzentren steht vor vielfältigen Hürden wie Standortwahl, Netzanbindung und behördlichen Genehmigungen sowie Widerständen lokaler Behörden und Engpässen bei Komponenten.

 

Auch auf Vertragsebene bestehen Unsicherheiten. Im Fall der Vereinbarung zwischen SpaceX und Anthropic kann jede Partei den Vertrag mit einer Frist von 90 Tagen kündigen.

Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Investitionsberatung in Bezug auf BTCC dar. BTCC unternimmt alle Anstrengungen, kann jedoch nicht die Wahrheit, Genauigkeit oder Originalität des oben stehenden Inhalts garantieren.

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