Bitcoin-Kurs bei 77.000 US-Dollar: Was könnte den nächsten Kursanstieg auslösen?
cryptonewsLaut aktuellen Bitcoin-Marktdaten legte die Kryptowährung innerhalb von sieben Tagen um 22,1 % zu und erreichte kurzzeitig fast 80.000 US-Dollar, bevor sich die Dynamik verlangsamte.
Die Rallye trieb den Bitcoin-Kurs innerhalb weniger Handelstage von rund 64.000 US-Dollar nach oben. Händler müssen nun drei US-Ereignisse im Blick behalten, die Einfluss auf die Renditen von Staatsanleihen, den Dollar und die Nachfrage nach risikoreichen Anlagen haben könnten: die Inflationsdaten für Juli, die revidierten Wirtschaftswachstumszahlen und die Rede des Vorsitzenden der US-Notenbank, Kevin Warsh, in Jackson Hole.
Bitcoin steht vor einer kombinierten Inflations- und Wachstumsprüfung
Das Bureau of Economic Analysis veröffentlicht am Mittwoch um 8:30 Uhr ET den Preisindex für die privaten Konsumausgaben (PCE) für Juli. Die Veröffentlichung umfasst die Gesamtinflation und die Kerninflation (ohne Nahrungsmittel und Energie).
Der Kern-PCE stieg im Juni im Jahresvergleich um 3,3 %. Die jüngste Prognose der Federal Reserve Bank von Cleveland schätzt den Kern-PCE im Juli auf etwa 3,29 % im Jahresvergleich und 0,25 % im Monatsvergleich. Dies ist eine modellbasierte Schätzung und keine offizielle Prognose oder bestätigte Messung.
Ein positiveres Ergebnis könnte die Erwartung anhaltend hoher Zinsen verstärken. Dies könnte die Anleiherenditen und den Dollarkurs in die Höhe treiben und potenziell Bitcoin belasten. Ein schwächeres Ergebnis könnte diesen Druck mindern, wobei die Marktreaktion von den Details abhängt.
Das BEA wird zeitgleich seine zweite Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das zweite Quartal veröffentlichen. Die erste Schätzung ging von einem annualisierten Wachstum von 1,5 % aus, nach 2,1 % im ersten Quartal.
Die Schlagzeile spiegelte schwächere Staatsausgaben und Veränderungen im Handel wider. Die realen Endverkäufe an private inländische Abnehmer stiegen jedoch um 3,9 %. Revisionen dieses Indikators könnten Einfluss darauf haben, ob Investoren die Wirtschaft als robust oder an Dynamik verlierend einschätzen.
Warshs Debüt in Jackson Hole könnte die Fed-Politik verdeutlichen
Warsh wird laut offiziellem Kalender der Federal Reserve am Freitag um 10:00 Uhr ET (16:00 Uhr MEZ) auf dem Jackson Hole Economic Policy Symposium eine Grundsatzrede halten. Das Symposium findet vom 27. bis 29. August statt.
Die Federal Reserve Bank von Kansas City wählte „Finanzinnovation: Auswirkungen auf Zahlungsverkehr und Politik“ als diesjähriges Thema. Dieses Thema bietet Warsh die Gelegenheit, die Geldpolitik im Zusammenhang mit Veränderungen im Zahlungsverkehr und der Finanztechnologie zu erörtern.
Die US-Notenbank Fed beließ ihren Leitzins im Juli mit 9 zu 3 Stimmen bei 3,50 % bis 3,75 %. Drei Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses sprachen sich für eine Zinserhöhung aus, während mehrere Vertreter darauf hinwiesen, dass höhere Zinsen notwendig werden könnten, falls die Inflation anhalten sollte.
Ökonomen sind sich über die nächsten Schritte weiterhin uneins. Laut einer aktuellen Reuters-Umfrage erwarten die meisten Befragten, dass die Zinsen bis 2026 unverändert bleiben, während eine kleinere Gruppe mit einer Erhöhung rechnet. Warshs Äußerungen könnten verdeutlichen, wie er die anhaltende Inflation gegen das geringere Wirtschaftswachstum abwägt.
Die 80.000-Dollar-Marke bleibt Bitcoins unmittelbarer Test.
Der Bitcoin-Kursanstieg folgte der Entscheidung des US-Finanzministeriums, die Liquiditätshilfen für den Rückkauf längerfristiger Staatsanleihen auszuweiten. Laut einer Mitteilung des Ministeriums wird das maximale Volumen der Operation ab dem 9. September von 2 Milliarden US-Dollar auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar erhöht.
Das Programm umfasst Maßnahmen des US-Finanzministeriums zur Schuldenverwaltung und stellt weder eine quantitative Lockerung noch eine bestätigte Steuerung der Zinsstrukturkurve dar. Dennoch senkte die Ankündigung einige langfristige Renditen und trug zur Verbesserung der Nachfrage nach risikoreichen Anlagen bei.
Rückkäufe von US-Staatsanleihen und die Auflösung von Leerverkäufen stützten den Bitcoin-Ausbruch. US-amerikanische Bitcoin-ETFs verzeichneten am 19. August Nettozuflüsse von rund 517 Millionen US-Dollar und am 20. August weitere 606 Millionen US-Dollar.
Bitcoin überschritt die Marke von 76.000 US-Dollar, da die ETF-Nachfrage deutlich anstieg. Diese Zuflüsse deuten darauf hin, dass neben der erzwungenen Schließung von Short-Positionen in Derivaten auch die Spot-Nachfrage zu der Rallye beitrug.
Der unmittelbare Widerstand von Bitcoin liegt nahe dem jüngsten Höchststand von 80.000 US-Dollar. Bei einem Kursrückgang sollte zunächst die Marke von 75.000 US-Dollar beobachtet werden, gefolgt vom vorherigen Ausbruchsbereich zwischen 70.000 und 72.000 US-Dollar.
Was passiert als Nächstes für Bitcoin?
Am Dienstag werden um 10 Uhr ET die Verbrauchervertrauensdaten für August veröffentlicht. Der Mittwoch ist der wichtigste Datentag: Die PCE-Inflation und die revidierte BIP-Schätzung werden gleichzeitig vor Börsenbeginn in den USA bekanntgegeben.
Das Jackson Hole Symposium beginnt am Donnerstag, gefolgt von Warshs Rede am Freitag. Eine schwächere Inflationsrate in Verbindung mit ausgewogenen Äußerungen der Fed könnte Bitcoin helfen, die 80.000-Dollar-Marke erneut anzugreifen.
Eine höhere Inflation oder eine eindeutig restriktive Rede könnten den Druck auf die Renditen von US-Staatsanleihen und den Dollar wieder erhöhen. Nach einem Wochengewinn von 22 % könnte Bitcoin empfindlicher auf enttäuschende Wirtschaftsdaten reagieren, da Händler ihre jüngsten Gewinne sichern.
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