CICC: Wie wird sich die Situation im Iran auf chinesische Vermögenswerte auswirken?

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Autor: CICC Insights

Der US-israelische Militärschlag gegen den Iran hat weltweit große Aufmerksamkeit erregt.

Laut der Nachrichtenagentur Xinhua führten die USA und Israel am 28. Februar einen Präventivschlag gegen den Iran durch, woraufhin der Iran mit Vergeltungsangriffen gegen Israel und mehrere Ziele im Nahen Osten reagierte[1]. Dies verschärfte die geopolitische Lage im Nahen Osten weiter. Am selben Abend kündigte die iranische Revolutionsgarde an, die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zu verbieten. Die Straße von Hormus ist die einzige Exportroute für Erdöl produzierende Länder im Nahen Osten, und das durch sie transportierte Öl macht etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransportvolumens aus[2]. Die rasante Eskalation dieses Konflikts hat die globale Risikobereitschaft beeinflusst. Basierend auf einer Analyse der Wertentwicklung wichtiger Anlageklassen nach 14 größeren geopolitischen Konflikten seit dem Jahr 2000 untersucht dieser Artikel kurz die potenziellen Auswirkungen auf chinesische Vermögenswerte, insbesondere den A-Aktienmarkt, vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Energie- und Handelslage.

Wie haben geopolitische Konflikte in der Vergangenheit die Aktienmarktpreise beeinflusst?

Kurzfristig äußern sich geopolitische Schocks am Aktienmarkt typischerweise in einer Stimmungskrise und einem Anstieg der Risikoprämien, was zu erhöhter Volatilität und Kapitalumschichtungen führt. In einem Umfeld deutlich erhöhter Unsicherheit tendieren Anleger dazu, von Aktien in sichere Anlagen wie Gold und US-Staatsanleihen umzuschichten. Die jüngsten geopolitischen Konflikte betrafen zumeist Ölförderländer und führten zu Angebotsengpässen und einem gleichzeitigen Anstieg der Energiepreise, einschließlich Rohöl; der Aktienmarkt steht kurzfristig unter Abwärtsdruck. Historische Daten zeigen, dass in der ersten Woche nach Ausbruch oder Eskalation eines Konflikts die durchschnittlichen Kursgewinne für WTI-Rohöl und COMEX-Gold bei etwa 1,9 % bzw. 0,4 % liegen, mit einer Wahrscheinlichkeit von jeweils rund 61,5 %. Im gleichen Zeitraum liegen die durchschnittlichen Kursgewinne für den A-Aktienindex CSI 300 und den Shanghai Composite Index bei etwa -1 %, mit Wahrscheinlichkeiten von lediglich 25 % bzw. 23 %.

Grafik: Historische Wertentwicklung wichtiger Anlageklassen im Anschluss an geopolitische und militärische Operationen

Quelle: Wind, CICC-Forschungsabteilung

Mittelfristig, wenn sich die Unsicherheiten allmählich auflösen, erholt sich typischerweise die Risikobereitschaft, und der Markt konzentriert sich wieder auf Fundamentaldaten und politische Einflussfaktoren. Nach dem Abklingen des emotionalen Schocks werden die erheblichen Veränderungen in den globalen Lieferketten und im makroökonomischen Umfeld infolge geopolitischer Konflikte die Wertentwicklung von Vermögenswerten maßgeblich beeinflussen. Am Beispiel der jüngsten Konflikte im Nahen Osten lässt sich zeigen, dass Ereignisse, die die Versorgung ölproduzierender Länder, wichtige Infrastrukturen oder strategische Schifffahrtsrouten (wie die Straße von Hormus) beeinträchtigen, häufig zu einem rasanten Anstieg der Rohölpreise und Transportkosten führen. Werden die Versorgungsengpässe schnell behoben, sind die Auswirkungen in der Regel kurzfristig; halten die Störungen jedoch an, können sie eine Kettenreaktion auslösen. Konkret bedeutet dies: 1) Kostenschocks und Gewinnauseinanderentwicklung. China ist ein typischer Nettoenergieimporteur, und steigende Energiepreise führen zu direkten oder indirekten Kostensteigerungen in den meisten inländischen Branchen. Zu den direkt betroffenen Branchen gehören vor allem die Luftfracht und die Schiffslogistik, wo Treibstoffkosten und Frachtratenschwankungen die Gewinne schmälern; Die Gewinnmargen nachgelagerter Unternehmen der petrochemischen Wertschöpfungskette, wie etwa der Basischemikalien-, Kunststoff- und Chemiefaserindustrie, geraten ebenfalls unter Druck. Sollte sich dieser Effekt weiter auf den Welthandel ausweiten, könnte dies auch die Exportnachfrage meines Landes beeinträchtigen. 2) Der Zusammenhang zwischen makroökonomischer Inflation und Zinssätzen. Hohe Ölpreise treiben die Inflationserwartungen in die Höhe und könnten große Volkswirtschaften zu restriktiveren geldpolitischen Maßnahmen hinsichtlich Zinspfaden und fiskalischem Spielraum zwingen. Führt beispielsweise ein Anstieg der Energiepreise zu einem erneuten Anstieg der US-Inflation, könnten die ursprünglichen Erwartungen der Federal Reserve hinsichtlich Zinssenkungen enttäuscht werden, und das vorzeitige Ende des globalen Liquiditätslockerungszyklus könnte die Aktienmarktentwicklung belasten.

Aus Branchensicht können die meisten Sektoren in der Anfangsphase geopolitischer Konflikte kurzfristige Korrekturen aufgrund der Marktstimmung erfahren. Branchen wie Öl und Petrochemie, Verteidigung und Nichteisenmetalle zeigen sich dabei relativ widerstandsfähig; die mittel- bis langfristigen Auswirkungen sind sehr begrenzt. Kurzfristig profitieren diese Branchen von steigenden Risikoprämien und Störungen der Angebotserwartungen und erzielen oft relative oder sogar absolute Renditen. Historisch gesehen ist eine solche Überperformance jedoch meist zyklisch. Sobald die emotionale Belastung nachlässt und die Angebotserwartungen angepasst werden, kehrt die Branchenperformance in der Regel zu den fundamentalen Kennzahlen zurück, und die Auswirkungen geopolitischer Konflikte auf die langfristigen Trends der Branchen meines Landes sind begrenzt.

Grafik: Branchenentwicklung nach den letzten vier geopolitischen Konflikten im Nahen Osten

Hinweis: Die Daten stellen den mittleren Preisanstieg verschiedener Sektoren nach den letzten vier geopolitischen militärischen Konflikten im Nahen Osten dar (Angriff auf Saudi Aramco 2019, Angriff auf Soleimani 2020, israelisch-palästinensischer Konflikt 2023 und iranisch-israelischer Konflikt 2025). Quelle: Wind, CICC-Forschungsabteilung

Wie wird sich diese Eskalation des Konflikts auf chinesische Vermögenswerte auswirken?

Chinesische Vermögenswerte, einschließlich A-Aktien, könnten kurzfristig durch eine veränderte Risikobereitschaft beeinträchtigt werden, dürften sich aber relativ stabil zeigen, ohne den mittelfristigen positiven Trend zu verändern. Der A-Aktienmarkt legte nach dem Frühlingsfest einen starken Start hin, wobei das Handelsvolumen im Vergleich zur Vorwoche deutlich anstieg. Strukturell bedingt führten zyklische Sektoren, die von Preissteigerungen profitierten, wie Stahl, Nichteisenmetalle und Chemie, die Gewinne an. Geopolitische Bedenken und die Erwartung verstärkter politischer Unterstützung während der „Zwei Sitzungen“ trugen dazu bei. Sektoren, die zuvor im Fokus standen, wie beispielsweise KI-Anwendungen, verzeichneten hingegen einen Rückgang. Kurzfristig trugen die relativ hohe Liquidität, die abnehmende Wirkung der US-Zölle, die steigenden Erwartungen an verbesserte chinesisch-amerikanische Beziehungen sowie die verstärkte Erholung der Gewinne und die positiven Trends im Technologiesektor zu einem moderaten Aufwärtstrend am Markt bei. Die aktuelle Eskalation des Nahostkonflikts in Verbindung mit früheren geopolitischen Ereignissen im Nahen Osten erfordert Aufmerksamkeit: Auch wenn sie kurzfristig die Risikoprämien erhöhen könnte, dürften sich A-Aktien relativ stabil zeigen. Zukünftig sollte dem Umfang und der Dauer geopolitischer Konflikte, dem Fortschritt der Blockade der Straße von Hormus, den Ölpreisentwicklungen und deren Auswirkungen auf die Inflation weiterhin besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wie wir in unserem Bericht „A-Aktienmarktausblick 2026: Die Dynamik nutzen“ bereits dargelegt haben, ist die Wechselwirkung zwischen der Umstrukturierung der internationalen Ordnung und Chinas industriellen Innovationstrends mittel- bis langfristig der Haupttreiber der aktuellen Kursgewinne am A-Aktienmarkt und der Neubewertung chinesischer Vermögenswerte. Wir gehen davon aus, dass die kurzfristigen Schocks durch den Nahostkonflikt die oben genannte mittelfristige Logik nicht beeinträchtigt haben. Sollten sich die Veränderungen im geopolitischen Umfeld weiter beschleunigen und die Umstrukturierung der internationalen Währungsordnung vorantreiben, könnte dies die Logik der Neubewertung chinesischer Vermögenswerte sogar noch verstärken. Vor dem Hintergrund eines Wandels makroökonomischer Paradigmen und der fortschreitenden Reformen des Kapitalmarktsystems erfährt das Umfeld der A-Aktien zudem eine strukturelle Verbesserung. Die Weiterentwicklung der Marktmechanismen und der Investorenstruktur begünstigt die Ausbildung eines „stabilen und progressiven“ Musters stärker als zuvor, und es wird erwartet, dass A-Aktien ihren stetigen Aufwärtstrend mittel- bis langfristig fortsetzen werden.

Im Hinblick auf die Vermögensallokation sollte kurzfristig aufgrund geopolitischer Konflikte besonderes Augenmerk auf Energie, Nichteisenmetalle, die Rüstungsindustrie sowie die Öl- und Containerschifffahrt gelegt werden. Aktien mit hohen Dividendenrenditen könnten angesichts der steigenden Risikoaversion ebenfalls relativ gut abschneiden. Die Luftfahrt und einige Chemiesektoren könnten durch steigende Kostenerwartungen beeinträchtigt werden. Mittelfristig werden folgende Sektoren empfohlen: Erstens Wachstumssektoren: Künstliche Intelligenz (KI) dürfte schrittweise in die Phase der industriellen Anwendung eintreten. Investitionen können in Infrastruktur wie Rechenleistung, Halbleiter und Cloud Computing sowie in Anwendungsbereiche wie Robotik und autonomes Fahren getätigt werden. Auch die kommerzielle Luft- und Raumfahrt sowie Energiespeicherbatterien befinden sich in einem Boom. Zweitens Durchbrüche der Auslandsnachfrage: Die Erwartungen an eine Expansion ins Ausland könnten kurzfristig Auswirkungen haben, bleiben aber ein sicheres Wachstumspotenzial. Zu den Sektoren mit relativ erfolgreicher Auslandsexpansion zählen Baumaschinen, Busse, Ausrüstung für Stromnetze und die Glücksspielindustrie. Drittens bieten sich Chancen auf Preissteigerungen und Gewinnverbesserungen bei Nichteisenmetallen sowie Öl- und Gasressourcen, die vom geopolitischen Umfeld beeinflusst werden. Viertens, Aktien mit hohen Dividenden: Obwohl in einem wachstumsorientierten Umfeld überdurchschnittliche Renditen unwahrscheinlich sind, bieten sie in einem Niedrigzinsumfeld dennoch einen guten inneren Wert. Im Finanzsektor ist der Versicherungssektor besonders attraktiv; im Nicht-Finanzsektor werden Unternehmen mit hohem freien Cashflow und einer starken Dividendenkontinuität bevorzugt.



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