Steigende Inflation und Zinserhöhungserwartungen drücken Bitcoin zurück in den Bereich von 77.000 US-Dollar.

BTCCBTCCAutor: Harvey

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Auf makroökonomischer Ebene nimmt der Inflationsdruck in den USA weiter zu. Nach den stärker als erwartet ausgefallenen Verbraucherpreis- und Erzeugerpreisdaten sind die Markterwartungen für Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr nahezu verschwunden, während die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung zum Jahresende auf rund 40 % gestiegen ist. Die Erwartung, dass die höheren Zinsen längerfristig bestehen bleiben, belastet weiterhin die Risikobereitschaft der Märkte.
 

Unterdessen haben sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran verschärft. Am Wochenende wurden die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien mit Drohnen angegriffen, was die Sorgen um geopolitische Risiken im Nahen Osten neu entfachte. Obwohl beide Seiten weiterhin verhandeln, bestehen nach wie vor erhebliche Meinungsverschiedenheiten in der Nuklearfrage, was die Befürchtung einer weiteren Eskalation nährt.
 

Angetrieben von geopolitischen Bedenken stiegen die Ölpreise weiter stark an. Laut BTCC TradFi-Marktdaten vom 18. Mai legte WTI-Rohöl (USOIL) um 2,21 % zu und überschritt die Marke von 103 US-Dollar, während Brent-Rohöl (UKOIL) um 1,96 % stieg und im Tagesverlauf kurzzeitig die Marke von 111 US-Dollar erreichte. Der anhaltende Anstieg der Energiepreise verstärkt zudem die Marktsorgen über den anhaltenden Inflationsdruck.
 

Risikoanlagen gaben allgemein nach. Am vergangenen Freitag fielen alle drei wichtigen US-Aktienindizes um mehr als 1 %. Im asiatischen Handel am Montag eröffneten japanische und südkoreanische Aktien schwächer, während die KOSPI-200-Futures kurzzeitig eine Handelsunterbrechung auslösten. Gleichzeitig sanken die US-Aktienfutures um mehr als 0,5 %. Auch die Kryptomärkte gaben nach, wobei Bitcoin unter 77.000 US-Dollar fiel. Gold gab auf etwa 4.530 US-Dollar nach, Silber fiel unter die Marke von 75 US-Dollar, und der US-Dollar-Index stieg weiter auf 99,3.
 

Bitcoin fällt unter 77.000 US-Dollar, während Ethereum die Unterstützung bei 2.100 US-Dollar testet.

Am 18. Mai fiel Bitcoin (BTC) unter die Marke von 77.000 US-Dollar und notierte bei rund 76.900 US-Dollar, während Ethereum (ETH) die wichtige Unterstützung bei 2.150 US-Dollar verlor und in Richtung 2.100 US-Dollar abrutschte. Im 4-Stunden-Chart durchbrachen sowohl BTC als auch ETH ihre 5-, 10- und 20-Tage-Durchschnittslinien, wobei die Bären weiterhin das kurzfristige Momentum dominierten.

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Die schwache Nachfrage nach ETFs ist zunehmend sichtbar geworden. Letzte Woche verzeichneten US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs Nettoabflüsse von fast einer Milliarde US-Dollar, was etwa 13.000 BTC entspricht. Dies markierte die schwächste Wochenperformance seit Anfang Februar und beendete eine sechswöchige Serie von Nettozuflüssen.
 

Auf den Derivatemärkten sank das offene Interesse (OI) an Bitcoin in den letzten 24 Stunden um 1,6 %, was darauf hindeutet, dass einige gehebelte Positionen aktiv aufgelöst werden. Die Finanzierungssätze sind wieder positiv, jedoch nur leicht, was darauf schließen lässt, dass die Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen weiterhin schwach ist und die Risikobereitschaft sich noch nicht erholt hat.
 

Aus technischer Sicht notiert Bitcoin weiterhin unterhalb wichtiger kurzfristiger gleitender Durchschnitte, wobei der starke Widerstand oberhalb der Marke von 77.000 US-Dollar bestehen bleibt. Sollte es Bitcoin nicht gelingen, diesen Bereich zurückzuerobern, könnte dies zu weiteren Kursverlusten in Richtung der Unterstützung bei 76.000 US-Dollar oder sogar 75.000 US-Dollar führen. Analysten warnen davor, dass ein Tagesschlusskurs unter 75.000 US-Dollar den Abwärtstrend in Richtung der 60.000-Dollar-Marke potenziell beschleunigen könnte.
 

Die On-Chain-Daten deuten jedoch noch nicht auf einen vollständigen Marktzusammenbruch hin. Daten von CryptoQuant zeigen anhaltende hohe BTC-Abflüsse von Börsen Anfang des Jahres, die in der Vergangenheit mit der Akkumulation durch Großinvestoren und deren langfristigem Halteverhalten einhergingen. In jüngster Zeit hat sich die Volatilität der Nettoflüsse an den Börsen stabilisiert, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck nachlässt und der Markt eher in eine Phase der erneuten Akkumulation als in einen strukturellen Zusammenbruch eintritt.
 

ETH hat sich deutlich schlechter entwickelt als BTC. Nach dem Unterschreiten der Marke von 2.150 US-Dollar hat der Verkaufsdruck zugenommen, und die Abwärtsdynamik hält an. Der Bereich zwischen 2.100 und 2.120 US-Dollar dient nun als erste Unterstützungszone, während der Widerstand bei etwa 2.160 und 2.200 US-Dollar liegt. Solange sich die allgemeine Marktstimmung nicht verbessert, dürfte ETH kurzfristig weiterhin mit einer schwächeren Dynamik zu kämpfen haben.
 

Während die großen Kryptowährungen weiterhin unter Druck stehen, hat sich Kapital in ausgewählte Wachstumsbranchen verlagert. Laut dem beliebten Futures-Ranking von BTCC legten mehrere kleinere Vermögenswerte entgegen dem allgemeinen Markttrend zu. So stiegen COOKIEUSDT um 8,81 % und BSBUSDT um 5,52 % im Tagesverlauf.


Schwerpunkt dieser Woche: Protokoll der Fed-Sitzung und Nvidia-Quartalszahlen

Die US-Notenbank Federal Reserve gab bekannt, dass Jerome Powell bis zur offiziellen Vereidigung von Kevin Warsh weiterhin als amtierender Vorsitzender fungieren wird. Warsh selbst hat zugesagt, seine umfangreichen Finanzbeteiligungen vor Amtsantritt zu veräußern. Die Märkte beobachten die möglichen politischen Auswirkungen der neuen Führung mit Spannung.
 

Das wichtigste Ereignis dieser Woche ist die Veröffentlichung des Protokolls der FOMC-Sitzung vom April am Mittwoch – das letzte Protokoll aus der Ära Powell. Die Märkte werden die Einschätzung der Fed zu Inflation, Beschäftigung und dem künftigen Zinspfad genau analysieren. Die Erwartungen haben sich bereits in Richtung einer restriktiveren Geldpolitik verschoben. Die Märkte preisen zunehmend höhere Zinsen über einen längeren Zeitraum ein und diskutieren sogar erneut über weitere Zinserhöhungen anstelle von Zinssenkungen.
 

Für die Kryptomärkte könnten die Protokolle der Fed-Sitzung kurzfristig einen wichtigen Impuls geben. Fällt der Tonfall weniger restriktiv aus als erwartet, könnte Bitcoin einen weiteren Versuch in Richtung 80.000 US-Dollar unternehmen. Eine restriktivere Geldpolitik hingegen könnte die Volatilität erhöhen und Bitcoin möglicherweise in Richtung der 75.000-Dollar-Marke treiben.
 

Nvidia veröffentlicht seine Geschäftszahlen am Mittwoch nach Börsenschluss. Der Markt erwartet einen Quartalsumsatz von rund 80 Milliarden US-Dollar. Im Fokus stehen dabei die Nachfrage nach Produkten von Blackwell und Rubin sowie die Frage, ob die Bruttomarge bei nahezu 75 % gehalten werden kann. Als wichtiger Indikator für die KI-Branche könnten Nvidias Ergebnisse die Technologieaktien und die allgemeine Risikobereitschaft am Markt weiter beeinflussen.
 

Risikohinweis: Einige der in diesem Artikel geäußerten Ansichten stammen aus öffentlich zugänglichen Medienquellen und dienen lediglich Informationszwecken. Sie stellen keine Anlageberatung oder Handelsempfehlung dar. Märkte bergen Risiken, und der Handel sollte mit Vorsicht erfolgen. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie über angemessene Risikokontrollmaßnahmen verfügen.

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Dieser Inhalt dient nur zu Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Investitionsberatung in Bezug auf BTCC dar. BTCC unternimmt alle Anstrengungen, kann jedoch nicht die Wahrheit, Genauigkeit oder Originalität des oben stehenden Inhalts garantieren.