Hinter dem 35-Milliarden-Dollar-Cloud-Deal von Anthropic: Nvidia ist der eigentliche Vermieter

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Der 35-Milliarden-Dollar-Deal zwischen Anthropic und dem Cloud-Anbieter Lambda hat einen heimlichen Gewinner: Nvidia. Das Unternehmen verkauft Chips an Lambda, hält eine Beteiligung und hat sich im Voraus die Mietverträge für die Rechenzentren gesichert, die die Rechenleistung beherbergen. Damit ist Nvidia der „unsichtbare Vermieter“ des größten Cloud-Service-Deals in der Geschichte der KI und profitiert gleich mehrfach entlang der Lieferkette.

Der 35-Milliarden-Dollar-Cloud-Deal von Anthropic wurde offiziell mit dem Cloud-Anbieter Lambda geschlossen, doch der eigentliche Inhaber der Rechenzentrums-Mietverträge – und damit der „Vermieter“ – ist Nvidia.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal vom Dienstag hat Anthropic einen Cloud-Service-Vertrag im Wert von 35 Milliarden Dollar mit Lambda unterzeichnet, einem von Nvidia unterstützten Cloud-Anbieter. Das Rechenzentrum, das die Rechenleistung beherbergt, wird jedoch von Hut 8 im Nueces County in Texas gebaut. Nvidia hat bereits vor einigen Wochen einen separaten Vertrag mit Hut 8 geschlossen, um Kapazitäten zu sichern, und hält damit faktisch den Mietvertrag für das Rechenzentrum.

In dieser Struktur fungiert Lambda eher als Zwischenschicht in der Rechenleistungs-Lieferkette: Es installiert die von Nvidia gekauften Chips in den von Nvidia gemieteten Räumlichkeiten und liefert dann Cloud-Dienste an Anthropic. Nvidia ist zugleich Chiphersteller für Lambda, Investor und nun auch Inhaber des Rechenzentrums-Mietvertrags – und profitiert damit auf mehreren Ebenen von diesem Geschäft.

Das Volumen von 35 Milliarden Dollar bestätigt erneut den enormen Bedarf führender KI-Modelle an zugrunde liegender Rechenleistung und untermauert die anhaltende Nachfrage nach Nvidia-GPUs.

 

35-Milliarden-Dollar-Deal: Nvidia ist der „Vermieter“

Der Cloud-Service-Vertrag über 35 Milliarden Dollar zwischen Anthropic und Lambda ist einer der bislang größten Cloud-Deals im KI-Bereich.

Das Besondere an diesem Geschäft ist seine mehrschichtige Struktur: Anthropic ist der Endkunde der Cloud-Dienste, Lambda der vertraglich gebundene Cloud-Anbieter, und das Rechenzentrum, das die Rechenleistung beherbergt, wird tatsächlich von Nvidia gemietet.

Das Rechenzentrum wird von Hut 8 im Nueces County in Texas gebaut. Nvidia hat bereits vor einigen Wochen einen eigenen Vertrag mit Hut 8 unterzeichnet und sich damit Kapazitäten gesichert. Das bedeutet: Wenn Lambda die von Nvidia gekauften Chips in diesen Räumlichkeiten installiert, ist Nvidia der „Vermieter“.

 

Lambda: Zwischenschicht zwischen Rechenleistungsangebot und -nachfrage

Lambda ist ein auf GPU-Cloud-Computing spezialisierter Cloud-Anbieter und wird von Nvidia finanziell unterstützt. In diesem Geschäft übernimmt es die Rolle, das Chipangebot mit dem Rechenleistungsbedarf der Modellentwickler zu verbinden: Es kauft GPUs von Nvidia, installiert sie in den von Nvidia gemieteten Rechenzentrumsflächen und liefert sie dann als Cloud-Dienste an Anthropic.

Berichten zufolge verhandelt Lambda derzeit über eine Pre-IPO-Finanzierung von bis zu 3 Milliarden Dollar, was einer Bewertung von über 12 Milliarden Dollar entsprechen könnte. Im November hatte Lambda in einer Finanzierungsrunde mehr als 1,5 Milliarden Dollar eingesammelt. Im vergangenen Jahr schloss das Unternehmen zudem eine Vereinbarung mit Microsoft, um eine KI-Infrastruktur mit Zehntausenden von Nvidia-Prozessoren aufzubauen.

Für Nvidia bedeutet dieser Deal eine Beteiligung auf mehreren Ebenen: Das Unternehmen verkauft Chips an Lambda, profitiert als Investor vom Wachstum und kontrolliert über den Mietvertrag das Rechenzentrum als Schlüsselelement. Über diesen Auftrag hinaus kann Nvidia so seinen Einfluss in der KI-Rechenleistungs-Lieferkette weiter ausbauen – und das nicht nur als Chiplieferant.

 

Ein weiterer Auftrag im Rennen um Rechenleistung

Das Volumen von 35 Milliarden Dollar ist eine Fortsetzung der Expansionsstrategie von Anthropic im Bereich Rechenleistung. Um den stark steigenden Bedarf an Modelltraining und Inferenz zu decken, hat Anthropic in letzter Zeit mehrere großvolumige Rechenleistungsverträge abgeschlossen, darunter eine Kooperation mit SpaceX im Wert von fast 45 Milliarden Dollar, eine Vereinbarung mit Akamai über 1,8 Milliarden Dollar sowie den Kauf von Chips und Cloud-Diensten von Google. Der Lambda-Auftrag ist ein weiterer Zug im Wettlauf um Rechenleistung mit Konkurrenten wie OpenAI und Google.

Die Signalwirkung dieses Geschäfts: Obwohl Anthropic bereits an der Entwicklung eigener Chips arbeitet und seine Lieferantenbasis diversifiziert, muss das Unternehmen für seine Rechenleistungsexpansion mittelfristig weiterhin in großem Umfang Nvidia-GPUs einkaufen. Und Nvidia ist bei diesem Auftrag gleichzeitig Chiplieferant, Investor des Cloud-Anbieters und Mieter des Rechenzentrums – eine Beteiligung, die weit über den reinen Hardwareverkauf hinausgeht.

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