Nvidia plant, in den KI-Datenanbieter Mercor zu investieren, dessen Wert auf 20 Milliarden Dollar geschätzt wird.

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Nvidia nutzte Mercor-Daten für das Training seiner Open-Source-Modelle von Nemotron und zahlte im letzten Quartal mehrere zehn Millionen Dollar an Servicegebühren. Diese Investition markiert Nvidias Expansion vom Chip-Kunden zum vorgelagerten Bereich der Datenlieferkette. Mercor erwartet in diesem Jahr einen Bruttoumsatz von 2 Milliarden Dollar und wird nach dieser Finanzierungsrunde Scale als wertvollstes Einhorn im Bereich der Datenannotation überholen.

Nvidia plant die Übernahme einer Beteiligung am KI-Datenlabeling-Unternehmen Mercor. Dieser Schritt würde die Bewertung des dreijährigen Startups auf 20 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Damit erweitert der Chipriese sein Investitionsspektrum entlang der vorgelagerten Datenlieferkette und beschleunigt die Entwicklung von Open-Source-KI-Modellen.

Laut einem Bericht des Technologieportals „The Information“ hat Nvidia, wie aus informierten Kreisen hervorgeht, Gespräche über eine Beteiligung an der neuen Finanzierungsrunde von Mercor aufgenommen. Der bestehende Investor General Catalyst verhandelt demnach über die Führung der Runde. Im letzten Quartal zahlte Nvidia Mercor mehrere zehn Millionen Dollar für Datendienstleistungen, was auf eine sich rasch vertiefende Geschäftsbeziehung zwischen den beiden Unternehmen hindeutet.

Diese potenzielle Investition erfolgt vor dem Hintergrund von Nvidias beschleunigtem Investitionstempo. Im Quartal bis Ende April dieses Jahres investierte Nvidia insgesamt 18,6 Milliarden US-Dollar in private Unternehmen und Infrastrukturfonds und übertraf damit die Gesamtinvestitionen für das Jahr 2025. Sollte Mercor diese Finanzierungsrunde erfolgreich abschließen, wäre dies Nvidias erste größere Investition im Bereich der Datendienste.

 

Nvidia und Mercor: Vom Kunden zum potenziellen Aktionär

Die Beziehung zwischen Nvidia und Mercor entwickelt sich von einem einfachen Beschaffungsvertrag zu einer Beteiligungspartnerschaft. Berichten zufolge hat Nvidia, wie mit der Angelegenheit vertraute Quellen verraten haben, Mercors Daten zum Training seiner beiden neuesten Open-Source-Modelle von Nemotron verwendet, und mehrere Mercor-Mitarbeiter widmen fast ihre gesamte Arbeitszeit Nvidia.

Das Kerngeschäft von Mercor besteht darin, Experten aus verschiedenen Fachbereichen zu rekrutieren, die KI-Modelle in spezialisierten Aufgaben einsetzen und deren Leistungsfähigkeit bewerten. Die gewonnenen Daten werden anschließend von den Modellentwicklern genutzt, um die Leistungsfähigkeit ihrer Modelle zu verbessern. Diese Aufgaben reichen von wissenschaftlicher Forschung und Rechts- und Finanzprojekten bis hin zur Programmierung von NVIDIA-GPUs.

Die Nemotron-Serie von NVIDIA ist zentraler Bestandteil der Open-Source-Modellstrategie und zielt darauf ab, mit den weltweit führenden Open-Source-Modellen zu konkurrieren. Mit steigenden Investitionen von NVIDIA in Nemotron erhöhen sich auch die Zahlungen an Mercor, was zu einem kontinuierlichen Anstieg des Umsatzbeitrags von Mercor zu NVIDIA führt.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass Nvidia nicht der einzige Datenlieferant von Mercer ist. Laut dem Bericht nutzt Nvidia, wie Quellen berichten, auch Dienste anderer Datenanbieter wie Turing und Scale und verfügt über ein eigenes internes Datenteam.

Darüber hinaus erhält NVIDIA auch wertvolle Daten, die generiert werden, wenn Entwickler über die OpenRouter-Plattform auf Nemotron-Modelle zugreifen. Eine am Nemotron-Projekt beteiligte Person erklärte, dass NVIDIA – wie viele andere Entwickler von KI-Modellen – stark auf synthetische Daten (d. h. KI-generierte Daten) angewiesen ist, um seine Modelle zu trainieren.

 

Mercor: Ein wachstumsstarkes, datengetriebenes Einhorn

Die Finanzdaten von Mercor bestätigen den Boom des Marktes für KI-gestützte Datenannotation. Laut einem früheren Bericht von The Information erzielte Mercor im ersten Halbjahr dieses Jahres einen Bruttoumsatz von 614 Millionen US-Dollar, ein Plus von 70 % gegenüber dem Vorjahr, und erwartet für das Gesamtjahr einen Bruttoumsatz von 2 Milliarden US-Dollar.

Mercor erzielte im vergangenen Jahr einen leichten operativen Gewinn und prognostizierte gegenüber Investoren bereits einen Anstieg des operativen Gewinns auf 226 Millionen US-Dollar in diesem Jahr und einen weiteren Sprung auf 1,7 Milliarden US-Dollar im nächsten Jahr. Da das Unternehmen seinen Auftragnehmern rund 60 bis 70 % seines Bruttoumsatzes zahlt, wird der Nettogewinn für das erste Halbjahr dieses Jahres auf 180 bis 250 Millionen US-Dollar geschätzt.

Mercor, erst vor drei Jahren gegründet, hat bereits rund 520 Millionen US-Dollar von Investoren wie Benchmark und Felicis eingesammelt und wurde im vergangenen Oktober mit 10 Milliarden US-Dollar bewertet. Sollte diese Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar abgeschlossen werden, würde sich der Unternehmenswert in weniger als einem Jahr verdoppeln.

Mercors Hauptkunden waren in der Vergangenheit Entwickler proprietärer KI-Modelle, darunter OpenAI, Google und Anthropic. Nvidias rasantes Wachstum deutet darauf hin, dass sich der Kundenstamm zunehmend auf Open-Source-Modelle ausweitet.

 

Nvidias Investitionslandschaft: Von Chip-Kunden bis zum Ökosystem-Layout

Die jüngste Investitionsstrategie von Nvidia zeigt einen klaren Trend zur Skalierung und Beschleunigung.

In diesem Jahr investierte Nvidia jeweils 2 Milliarden US-Dollar in die Cloud-Service-Anbieter CoreWeave und Nebius, beides wichtige Kunden von Nvidia-Chips. Darüber hinaus beteiligte sich das Unternehmen an Lumentum und Coherent, Zulieferern von Nvidia-Netzwerk-Hardware-Lasern, und stellte Finanzmittel für mehrere kleine Startups bereit, die Nvidia-Chips mieten oder kaufen.

Nvidias Investitionsstrategie konzentriert sich üblicherweise auf seine Direktkunden oder die größten Abnehmer seiner Chips. Die potenzielle Investition in Mercor verfolgt einen etwas anderen Ansatz: Mercor kauft keine Chips, sondern liefert Daten für Nvidias KI-Modellentwicklung. Dieser Schritt unterstreicht Nvidias strategisches Bestreben, seine Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Open-Source-KI zu stärken.

Zum Vergleich: Nvidia beteiligte sich 2024 an der Finanzierungsrunde von Scale AI, zu der Scale mit 14 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Anschließend erwarb Meta einen Anteil von 49 % an Scale und stellte dessen CEO ein. Sollte Mercor diese Finanzierungsrunde erfolgreich abschließen, würde das Unternehmen Scale mit einer Bewertung von 20 Milliarden US-Dollar übertreffen und zum wertvollsten Unternehmen im Bereich der KI-Datenannotation aufsteigen.

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